Christen und Muslimen um Zusammenleben bemüht

Manila, Philippinen – Der Bamberger katholische Erzbischof Ludwig Schick hat das friedliche Miteinander von Christen und Muslimen auf den Philippinen gewürdigt. Trotz Übergriffen und Drohungen von Islamisten hielten die meisten an der bewährten Zusammenarbeit fest, sagte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz am Samstag im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Schick ist bis Sonntag in der politisch unruhigen Provinz Mindanao unterwegs.

Auf die Frage, ob der Dialog nach aktuellen Propaganda-Videos jetzt auf Eis liege, sagte der Erzbischof: „Eben nicht!“ Von ihrem Weg zum Frieden wollten sich viele nicht abhalten lassen. Auf Mindanao gebe es zahlreiche kirchliche Schulen und die katholische Universität, „wo Christen und Muslime zusammen leben und lernen“. Auch andere Aktionen brächten das friedliche Zusammenleben voran. Schick fügte hinzu: „Wie an vielen anderen Stellen im Land merkt man auch hier sehr deutlich, welche entscheidende Rolle die Kirche spielt, wenn es darum geht, die Lage der Menschen zu verbessern.“

Der Erzbischof kritisierte den harten Kampf der philippinischen Regierung gegen den Drogenhandel und das dabei oft rücksichtslose Vorgehen gegen Minderjährige. Zugleich forderte er von der Regierung mehr Engagement für eine bessere Bildung, nicht zuletzt für arme Kinder und Jugendliche. „Das hält vom Dealen und Drogenkonsum ab“, betonte Schick. Er rief die Regierung von Präsident Rodrigo Duterte auf, mehr zu tun gegen Armut und Arbeitslosigkeit sowie für die Stärkung der Familien: „Das sind wirksame Hilfen gegen Kriminalität und Drogenprobleme.“

Duterte hatte unlängst das Kriegsrecht über die Inselgruppe Mindanao verhängt. Gegenwärtig liefern sich dort Regierungstruppen und islamistische Rebellen blutige Gefechte. Im sogenannten Krieg gegen Drogen sind seit dem Amtsantritt des Präsidenten Menschenrechtlern zufolge mehr als 8.000 angebliche Drogenkriminelle auf offener Straße erschossen worden. Kritik daran kommt immer wieder auch von der Kirche im Land.

Quelle

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