Oberhausener Weinfreunde schieben Ausbildungsprojekt auf den Philippinen an

Junge Mütter aus den Slums von Manila können als „Caregivers“ den Unterhalt für ihre Familie sichern. Bis dahin ist es eine beschwerliche Zeit.

Drei Jahre Vorlauf hat es gebraucht, jetzt ist das jüngste Sozialprojekt der Oberhausener Stiftung „In Vino Caritas“ und der Oberhausener Weinfreunde gestartet: Dank tatkräftiger finanzieller Förderung des rotarischen Weltfonds „Global Grant“ bekommen 132 junge Frauen aus den Slums von Manila jetzt die Chance, eine sechsmonatige Ausbildung zur Krankenpflegehelferin zu machen – und damit die Perspektive, den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie langfristig selbst sicherstellen zu können.

Vor rund acht Wochen hat die erste Gruppe mit 15 hochmotivierten Teilnehmerinnen ihre „Caregivers“-Ausbildung an einem privaten Krankenpflege-College begonnen. Auf dem Lehrplan stehen Grundlagen der Hygiene, Ernährung, Kinder- und Altenpflege: „Später können sie dann in Privathaushalten arbeiten, etwa als Nanny oder in der Alten- oder Säuglingspflege“, sagt Birgit Dreehsen von der Stiftung „In vino caritas“. „Und damit können sie dann etwa 120 Euro monatlich verdienen – genug, um auf den Philippinen eine achtköpfige Familie zu ernähren.“

Beschwerliche Zeit für die Mütter

Diese Perspektive lässt die jungen Frauen, häufig alleinerziehende Mütter mehrerer Kinder, eine beschwerliche Zeit auf sich nehmen: „Das sind sehr lange Tage für die Frauen“, erzählt Birgit Dreehsen: Der Unterricht beginnt um 7 Uhr in der Frühe und endet um 17 Uhr am Nachmittag. Und dann gibt’s noch Hausaufgaben. „Allerdings dauert die Fahrt mit dem Kleinbus von dem Slum in Tondo bis zur Ausbildungsstätte auch nochmal knapp eineinhalb Stunden.“

Da die jungen Frauen bislang nur von der Hand in den Mund lebten, werde auch die Busfahrt finanziert, ebenso wie die Mahlzeiten für die Kursteilnehmerinnen. Sonst könnten die Frauen es sich gar nicht leisten, mitzumachen. Um die Kosten geringer zu halten, habe die Schule die Ausbildung auf drei statt fünf Tage reduziert, mit entsprechend längeren Tagen. Ihre Kinder würden in dieser Zeit meist von Verwandten betreut.

Im September wird die erste „Caregivers“-Gruppe fertig sein: Dann werden Damen des befreundeten Zonta-Clubs Manila ein Auge darauf haben, dass die Absolventinnen eine gute Anstellung finden. Im Anschluss soll dann der nächste sechsmonatige Kurs beginnen: 22 weitere Frauen kommen dann in den Genuss der Ausbildung.

Die Skepsis war zuerst groß

Der Andrang an Bewerberinnen dürfte im zweiten Durchgang wesentlich größer werden, weil die „Pionierinnen“ per Mund-zu-Mund-Propaganda für eine große Akzeptanz des Projekts sorgen: „Als wir den ersten Bewerbungslauf gestartet haben, waren viele sehr skeptisch“, erzählt Dreehsen: „Dass jemand Ausbildung, Busfahrt und Essen bezahlt ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen, konnten viele einfach nicht glauben.“

>>>Wer das Geld gegeben hat

Das Ausbildungsprojekt ist für 132 Frauen ausgelegt. In sechs zeitlich aufeinander folgenden Gruppen werden sie jeweils sechs Monate ausgebildet. Die Gesamtkosten (Schule, Transfer und Mittagessen) sind mit gut 138 000 US-Dollar veranschlagt.

Für die Anschubfinanzierung haben der Rotary Club Oberhausen mit 4500 US-Dollar und die Oberhausener Weinfreunde mit 20 000 US-Dollar gesorgt. Diverse andere Rotary Clubs aus Deutschland sowie Rotary International haben sich beteiligt, ebenso wie die Stiftung In Vino Caritas.

Den Löwenanteil der 138 000 Dollar steuert Rotary Global Grant bei: Die Organisation gewährt einen Zuschuss von 88 000 Dollar. Global Grants fördern große, internationale Aktivitäten mit nachhaltigen, messbaren Ergebnissen. Die Projektsponsoren kommen dabei aus mehreren Ländern.

Quelle

Holiday Dream Home Angeles