Philippinischer Freiheitskämpfer – in seiner Heimat vergessen, in Deutschland geehrt

Es ist kein runder Geburtstag. Doch der Blumenschmuck, den die „Knights of Rizal“ und die Gemeinde am Denkmal von José Rizal niederlegten, ist eine wahre Pracht. Am 19. Juni 1861 kamder philippinische Nationalheld in Calamba zur Welt. Seinem Wiegenfest wurde nun mit einer Gedenkfeier im Rizal-Park gedacht.

Im Alter von 24 Jahren war Rizal als Augenarzt an der Universität Heidelberg zu Gast, um sich in seinem Fach fortzubilden. Weil er in der Stadt kein Quartier fand, zog er für mehrere Monate im evangelischen Pfarrhaus in Wilhelmsfeld ein. Die Natur ringsum inspirierte ihn zu Gedichten, auch soll er hier seinen Roman „Noli me tangere“ vollendet haben.

Aber welche Rolle spielt der Freiheitskämpfer heute in seiner Heimat? Prof. Manfred Ollik als Vertreter von Rizals Rittern sieht das eher nüchtern. Er lebte jahrzehntelang auf den Philippinen und hat festgestellt: Momentan, in politisch unruhigen Zeiten, ist in den Medien nur noch Rizals Todestag am 30. Dezember 1896 ein Thema. „Die Jüngeren können mit den Namen gar nichts mehr anfangen“, bedauert Ollik. Vor 20 Jahren hat er in Kooperation mit anderen noch dafür gesorgt, dass in Wilhelmsfeld der Rizal-Park entstand. Die Statue des Freiheitskämpfers und die Köpfe jener, die eng mit ihm verbunden waren, entstanden auf den Philippinen. Seit einem Jahr ist der Park neu gestaltet und zur schönen Aussichtsplattform auf den Odenwald geworden.

In seiner Ansprache ging Werner H. Filsinger, Chapter-Commander der Knights of Rizal Wihelmsfeld/Heidelberg, auf die religiöse Toleranz ein, die der ehemalige Jesuitenschüler José Rizal während seines Aufenthalts in Wilhelmsfeld kennenlernte. War er doch meistens dabei, wenn sich der evangelische Pfarrer Karl Ullmer aus Wilhelmsfeld mit seinem katholischen Amtsbruder Hermann Bardorf aus Schriesheim zum Gedankenaustausch im Gasthaus traf. „Es ist die Hauptaufgabe der Religion, die Menschheit nicht zu unversöhnlichen Feinden, sondern zu friedlichen Brüdern zu vereinen“, lernte Rizal aus diesen ökumenischen Begegnungen.

Zur Feierstunde im Rizal-Park, der europaweit einzigartig sein dürfte, sprach Generalkonsulin Donna M. Rodriguez als Vertreterin der philippinischen Botschaft in Berlin ein Grußwort. Bürgermeister Hans Zellner würdigte abschließend die Rizal-Preisträger der Christian-Morgenstern-Grundschule. Zehn Schüler bekamen eine Urkunde und einen Büchergutschein für vorbildliches soziales Verhalten. An der Schule ist Rizal und sein Kampf für die Freiheit Thema im Unterricht.

Quelle

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