Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland

Stand 19.06.2017

Manila, Philippinen – Nach schweren Kämpfen der philippinischen Sicherheitskräfte mit terroristischen Gruppen in Marawi gilt seit dem Abend des 23. Mai 2017 in ganz Mindanao für vorerst 60 Tage Kriegsrecht. Diese Maßnahme beinhaltet u.a. die Einführung von Ausgangssperren, die Einrichtung von Militärposten sowie die Aussetzung der Habeas-Corpus-Rechte (Grundsatz der unverzüglichen Haftprüfung vor Gericht).

In mehreren Regionen des Landes besteht die Gefahr terroristischer Anschläge und von Entführungen, sowohl zu Land als auch zur See.
Aufgrund glaubhafter Informationen wird auf ein aktuelles, akutes Entführungsrisiko durch terroristische Gruppen insbesondere von Ausländern in der Provinz Palawan hingewiesen, einschließlich Puerto Princesa  und der Gegend um den Puerto Princesa River National Park.Reisenden wird geraten, besonders vorsichtig zu sein, Reise- und Ausflugspläne ggfs. nochmals zu überdenken und den Anweisungen von Sicherheitskräften unbedingt Folge zu leisten.

Drogenbesitz und Drogenhandel werden von den philippinischen Behörden unnachgiebig bekämpft. Der Besitz oder Konsum auch geringer Mengen von Drogen wird strikt geahndet.

Landesspezifische Sicherheitshinweise – Teilreisewarnung

Terrorismus und Entführungskriminalität
Angesichts der Sicherheitslage und akuter Entführungsgefahr wird vor Reisen in folgende Regionen oder Gebiete gewarnt:

  • Zamboanga Peninsula (Region IX)·
  • Northern Mindanao (Region X)·
  • Davao-Region (Region XI), einschließlich der Insel Samal, aber mit Ausnahme von Davao City·
  • Soccsksargen (Region XII)·
  • Autonomous Region of Muslim Mindanao (ARMM) mit dem Sulu-Archipel, also den Inseln zwischen Mindanao und Ost-Malaysien (wie Tawi-Tawi, Sulu, Basilan)·
  • Sulu-See·
  • Süd-Palawan (südlich von Puerto Princesa)

Von nicht erforderlichen Reisen in andere Regionen von Mindanao und in der Mindanao-See und den übrigen Regionen von Palawan wird abgeraten.

In diesen Gebieten sind unterschiedliche Gruppen von islamistischen Terroristen und Rebellen aktiv, es kommt immer wieder zu Anschlägen sowie Kampfhandlungen mit der philippinischen Armee und Sicherheitskräften.
Die philippinische Polizei wurde am 1. Dezember 2016 landesweit bis auf weiteres in eine erhöhte Alarmbereitschaft versetzt und seit dem 3. September 2016  besteht landesweit ein „State of Lawlessness“, der die philippinische Armee mit dem Recht zur Ausübung polizeilicher Aufgaben ausstattet.

Die in der Region operierende islamistische Terrorgruppe Abu Sayyaf ist für Entführungen und Ermordungen vor allem auf Mindanao und in der Sulu-See verantwortlich und zielt vermehrt auf ausländische Entführungsopfer. Am 26. Februar 2017 wurde von ihr eine deutsche Geisel ermordet, nachdem sie bereits im November 2016 in der Sulu-See verschleppt und die Reisegefährtin getötet worden war.

Terroristische Anschläge und Entführungen können im gesamten Gebiet der Philippinen nicht ausgeschlossen werden.

Im April 2017 ist es in Bohol und Umgebung und in Davao zu Gefechten zwischen schwerbewaffneten Gruppen und philippinischen Sicherheitskräften gekommen. In Manila im Stadtteil Quiapo kam es im selben Zeitraum wiederholt zu Bombenanschlägen. Veranstaltungen und Orte großer Menschenansammlungen sind besonders gefährdet.

Reisende sollten sich stets über die Sicherheitslage vor Ort informieren und Warnmeldungen der Behörden bzw. aus den örtlichen Medien ernst nehmen.

Quelle

La Grande