Wie aus einem vermeintlichen Sextouristen ein treusorgender Ehemann und Vater wurde.

Ich ließ mich vor 5 Jahren in Österreich scheiden, nach 20 Jahren Ehe. Ich war nie ein Couchpotato, doch bei meiner Frau war anders, nachdem unsere 2 Kinder erwachsen waren, sah ich meine Frau eigentlich nur noch im Hausmantel, Lockenwicklern und Gesichtsmaske.  Von Jahr zu Jahr ließ sie sich mehr gehen, irgendwann habe ich das nicht mehr ausgehalten und für mich die Notbremse gezogen.

Ich verkaufte unser gemeinsames Haus und unsere kleine Pension, die wir uns gemeinsam aufgebaut hatten und reichte die Scheidung ein. Wir teilten die Erlöse gerecht auf, sie bekam wie üblich den größeren gerechten Anteil. Aber mir war das egal. Ich wollte mit Mitte 40 noch etwas erleben und die Welt sehen.

Nach 3 Jahren kam ich das erste Mal auf die Philippinen, ich war sofort begeistert. Hier konnte ich meine Seele baumeln lassen.

Meine geschiedene Frau und ich haben immer noch guten Kontakt, als ich ihr erzählte dass ich auf die Philippinen ziehen werde, nannte sie mich einen Sex-Touristen.

Nun gut jeder versteht unter diesem Begriff sicher etwas anderes, mir war aber klar dass viele Menschen in Europa zuerst an Sextourismus denken, wenn sie von den Philippinen hören.

Mir war das egal, weil ich wusste es stimmt so nicht, sicher hatte ich die eine oder andere Affäre, na und, ich bin Single. Wem habe ich Rechenschaft abzulegen? Außerdem wusste ich es besser.

Vor etwa 2 Jahren lernte ich dann doch die Richtige Frau kennen. Als ich anfing mir ein Resort aufzubauen, trat sie unverhofft in mein Leben.  Ok, sie ist erst 29 und ich mittlerweile 49, aber wen interessiert’s? Hier auf den Philippinen, keinen Menschen.

Ich freundete mich schnell mit ihrem 7-jährigen Sohn an, toller kleiner Kerl. Wir unternehmen viel, aber besonders mag er es wenn wir gemeinsam auf der Baustelle unseres Resorts arbeiten.

Das beeindruckte auch die Familie meiner Freundin, es dauerte nicht lange und die Langnase (ich) und die „Eingeborenen“ waren bald unzertrennlich.

Die Familie konnte sich in den letzten Jahren ein gutes Einkommen sichern, fast alle haben schon einmal in Singapur gearbeitet und das Geld auch für sinnvolle Dinge ausgegeben. So besitzen sie Ackerland und Mietshäuser auf den Philippinen.

Und dann passierte es, vor 6 Monaten wurde ich noch einmal Vater einer kleinen süßen Tochter.  Nun gut, ich nahm es genauso hin wie meine zukünftige Frau, wir freuten uns darüber.

Auch meine beiden Kinder aus Österreich besuchten uns schon zwei Mal.

Sepp

 

Die Meinung der Autoren muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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