Wochenrückblick

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Manila, Philippinen – Wieder einmal ist Samstag, Zeit den Wochenrückblick zu veröffentlichen. Noch am Montag sah es so aus, als wenn es eine ruhige Woche werden würde (schlecht für jede Zeitung).

Präsident Duterte wollte einen 4-tägigen Staatsbesuch bei seinem neuen russischen Freund Putin antreten.

Aber der Präsident ist immer für eine Überraschung gut. Oft genug hatte er es angekündigt, nun ist es passiert, über einen großen Teil der Philippinen wurde das Kriegsrecht verhängt. Diesmal nahm er die Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und etwa 100 Terroristen, der ISIS nahen Maute Gruppe zum Anlass, das Kriegsrecht auszurufen.

Ihm wäre sicher lieber gewesen das Kriegsrecht wegen des angeblichen Drogenproblems auszurufen, doch der Chef der philippinischen Drogenbehörde wiedersprach der Auffassung, dass es im Land 4 Millionen Drogenkonsumenten gibt. Er war der Meinung es sind lediglich 1,8 Millionen. Diese Aussage gefiel dem Präsidenten nicht, also warf er den „Widersprecher“ kurzerhand aus dem Amt. So ergeht es jedem der der Politik Dutertes im Wege steht.

Doch zurück zu den Kämpfen in Marawi, einer 200.000 Einwohner zählenden Stadt auf Mindanao. Wie immer bei solchen Auseinandersetzungen, bleibt die Wahrheit als erstes auf der Strecke. Niemand weiß genau wieviel Maute Kämpfer in der Stadt für Angst und Schrecken sorgen.

Doch es ist schon merkwürdig, sagte die Stadtverwaltung noch in der ersten Nacht, nach dem Ausbruch der Kämpfe, die Stadt befinde sich wieder unter Kontrolle der Regierung, sah dies am nächsten Tag schon ganz anders aus. Nachdem Duterte das Kriegsrecht ausgerufen hatte, war von Kontrolle keine Rede mehr, nun hieß es, es wurden Gebäude niedergebrannt, Geiseln genommen und Zivilisten umgebracht. Seit letzter Nacht fliegt die philippinische Luftwaffe Bombenangriffe, im Stadtgebiet, wo die Terroristen vermutet werden.

Was man vom Kriegsrecht halten kann, welche Auswirkungen es letztendlich auf Gesellschaft, Wirtschaft und Tourismus haben wird ist zurzeit nicht abzusehen.

Redaktion

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