Philippinen vom Feinsten – Tauchen auf Cabilao

Schönste Korallenlandschaften und paradiesische Spots, um auf Entdeckungstour zu gehen – beim Tauchen auf Cabilao bekommt die kleine Visayas-Insel von TAUCHEN-Autor Paul Munzinger die Note Eins mit Sternchen.

Das Beste kommt zum Schluss“ – gemäß diesem Motto ist das Mini-Eiland bei unserem erlebnisreichen Inselhopping mit den Sea Explorers durch die Visayas unser letzter Stopp. Negros, Malapascua und Cebu hatten schon etliche Tauchknaller zu bieten, die edelsten Korallenlandschaften hat unser Veranstalter aber bewusst an das Ende der Tour gesetzt. Auch, weil die Insel mit dem neuen Pura Vida Resort weit abseits des Tourismus liegt, ein perfektes Örtchen für Entspannung und Ruhe.

Die Sonne versteckt sich bereits hinter dem Horizont, als wir mit dem philippinischen Auslegerboot von Argao, einem kleinen Hafen auf der Nachbarinsel Cebu, ankommen. Während des etwa einstündigen Transfers haben wir bereits unsere Tauchklamotten ausgepackt und in Boxen verstaut, um für den Tauchgang am nächsten Tag vorbereitet zu sein. Südseetypisch empfängt man uns am Strand mit Blumenketten, unser Gepäck wird uns abgenommen und so geht’s locker zu Fuß den kleinen Hang hinauf zum Resort.

CABILAO: ENTSPANNUNG PUR IM TOP-RESORT

Dass man nun weder auf Schriftkram noch auf detaillierte Resortbeschreibung große Lust hat, weiß man hier genau. Also macht man es angenehm kurz: Begrüßungscocktail und ein paar warme Worte von Bigs Eggert, der Miteigentümerin und Resortleiterin. Dann geht’s in die neuen, stilvoll eingerichteten Deluxezimmer zum Frischmachen, eine halbe Stunde in die Horizontale und ein paar Sachen auspacken, bevor es am nächsten Tag mit dem Tauchen weitergeht. Der Tagesablauf sieht bis zu vier Abstiege vor. Im neuen Restaurant werden wir anschließend vom Urgestein Uwe – Koch und Tauchlehrer – mit einem vorzüglichen Menü verwöhnt. Dann noch ein Briefing bei einem kurzen Absacker an der Bar und ab ins Bett.

Am nächsten Morgen werden wir von Chris’ urigem Schweizerdeutsch geweckt. Morgenruhe adé! Chris Heim, das höchst agile schweizer-philippinische Unikat, kommt extra von Negros angeschippert. Ein etwas kleinerer Arnold Schwarzenegger und bekannt wie ein bunter Hund in der Tauchbranche. Kein Wunder: Seit 30 Jahren ist er auf den Philippinen und hat sich mehr als einen guten Namen gemacht mit seinen Sea-Explorers-Basen und Pura-Vida-Resorts. Er ist schon fast eine Institution. Enge Freunde nennen ihn auch „s’Motörle“. Völlig zurecht. Einmeterfünfundsechzig voller Energie, Ideen, Tatendrang und Durchsetzungskraft. Ganz klein fing er an, von der Pike auf, allein als Tauchguide, weit weg von der Alpenrepublik, wo alles in strengen Bahnen verlief. Mittlerweile hat er mit anderen Geschäftspartnern mehrere Basen und Hotels. Alleine bei den Sea Explorers Philippines arbeiten heute über 100 Angestellte, zusammen mit den Resorts sind es über 300. Der sportlich stramme Max ist aber immer bodenständig geblieben und nie abgehoben, trotz seiner Erfolgsgeschichte. Außer natürlich zur „boot“ und den vielen anderen internationalen Tauchmessen, und das per Flieger. Das schönste für ihn ist immer noch das Tauchen mit den Gästen und ihnen seine Wunderwelt zu zeigen. Genau das spüren seine vielen Kunden, mit jedem Flossenschlag und bei jeder seiner Erzählungen.

AUF GEHT’S ZUM NÄCHSTEN TAUCHPLATZ

„Hopphopp Taucher, ihr seid nicht nur zum Mampfen hier, nur nicht schwächeln am Ende. In einer halben Stunde geht’s los!“, posaunt er lächelnd in die Runde. Also noch schnell Kameras, Badehose, Sonnencreme und Handtuch holen und dann runter zum Dive Center und zur Bangka: Es sind 50 Stufen zum höchsten Taucherglück, meine „Stairway to Heaven“.

Es geht gleich zur Sache. Checktauchen entfällt, wir loggen ja bereits Tauchgang Nummer 29 während unserer Reise ein. Mit Fallen Tree, ein paar Minuten entfernt, wird gleich einer der Topspots von den etwa zwei Dutzend Plätzen rund um die dreieckige Insel angeboten, denn hier ist heute keine Strömung. Die Steilwand fällt tief ab, weit über das Erlaubte hinaus und in meinem Logbuch vermerke ich später kurz und knapp: „absolute Traumwand“. Das Austauchen geht einfach, ab 18 Meter Tiefe verläuft ein leichter Abhang bis ans Ufer mit allerlei fotogenen Meeresbewohnern – von der grasenden Schildkröte, gut getarnten Anglerfischen bis zu den farbenfrohen Pyjama-Kardinalsfischen. Wieder an Bord gibt’s nur breit grinsende Gesichter, ein hervorragender Auftakt.

DIE BOOTE DER SEA EXPLORERS SIND BESTENS AUSGESTATTET

Apropos an Bord: Die Tauchboote der Sea Explorers sind alle bestens ausgestattet, Sauerstoff, Erste Hilfe und Notfallkommunikation sowie Ersatzausrüstungen sind immer dabei. Unsere Bangka ist ein 25 Meter langes und bequemes Riesenboot mit zwei Aufenthaltsräumen, einem Tauchdeck, Küche, einer Toilette sowie im Heck einem Kompressor und Extraraum für die Guides. Neben Bigs und Chris haben wir noch zwei weitere Guides, denn ein Tauchführer hat maximal vier Gäste unter seinen Fittichen. Das ist sowas wie ein Gesetz bei den Sea Explorers. Aufmerksam erinnern sie uns auch daran, dass Trinken in den Tropen besonders wichtig ist und dementsprechend stehen Wasser, Kaffee und Tee immer zur freien Verfügung.

Zwischen den Tauchgängen fahren wir meist zurück ins Hotel, das völlig ruhig am Nordostzipfel an einem eigenen, gepflegten Sandstrand liegt. Hier kann nach dem Mittagessen relaxt werden, bevor es mit dem Nachmittagstauchgang weitergeht. Das Resort auf den Klippen mit Blick aufs Meer wurde bereits 2004 eröffnet, aber in den letzten beiden Jahren rundherum erneuert und mit weiteren Zimmern und einer Suite ergänzt. Heute stehen den Gästen insgesamt 27 Zimmer in vier Kategorien zur Verfügung. Ans offene Restaurant schließt sich eine Bar an, dahinter sorgt ein kleines Massage-Center fürs Entspannen der strapazierten Taucherknochen. Das war’s aber auch, denn Cabilao mit seinen etwa 4000 Einwohnern bietet weder eine Flaniermeile noch Diskotheken oder andere Restaurants im Ort. Autolärm kennt man hier nicht, ab und zu hört man ein Moped knattern. Wem am Abend nach Rambazamba ist, liegt mit der etwa sieben Quadratkilometer kleinen Insel komplett daneben. Wer es neben Weltklassetauchgängen angenehm ruhig mag und sich gerne verwöhnen lässt, hat mit dem Pura Vida einen Volltreffer geschossen.

TAUCHERGLÜCK IM CABILAO-MARINEPARK

Neuer Tag, neues Taucherglück, dank des geschützten Marineparks. Ohne den Schutz sähe es unter den Wellen um die Insel ganz bestimmt nicht so ursprünglich aus. Deshalb ist man auch gerne bereit, die paar Pesos an Gebühr dafür zu zahlen.

Bis zu dem kleinen Tauchparadies Lighthouse 1 mit seinen riesigen Gorgonien, den Rutenkorallen und den vielen Weichkorallen sowie den unzähligen Makromotiven an dem Drop-off ist es nur ein Katzensprung. Am leichten Abhang des Lighthouse 2 stehen einzelne, wunderschöne und riesengroße Korallenblöcke, ringsherum wuselt das Leben.

Mit einem Stäbchen zeigt man uns die perfekt getarnten Teufelsfische und Himmelsgucker sowie Pfeifen- und Geisterfetzenfische. Meist thront ein grün-gelber Riesenanglerfisch auf einem großen Schwamm und ist der wohl meist fotografierte Fisch an den hiesigen Riffen.

PARADIES FÜR CRITTERFANS

Gleich vier verschiedene Anglerfische werden uns an der nicht weit entfernten Insel Pangangan von den Guides präsentiert, ganz nebenbei noch Flügelrossfische, Korallenkrabben, Fangschreckenkrebse, hübsche Garnelen in Anemonen, Geistermuränen und eine Menge mehr an faszinierenden Motiven beim sogenannten Muckdiving. Völlig strapaziert werden meine Augen und die Fokussierung des Objektivs mit den kleinsten der Spezies Seepferdchen, den Pygmäen. In den Farben Rot, Gelb und Braun haben sie als Untermieter diverse Korallen am Current View bezogen. Unter einem Überhang lebt eine fluoreszierende Muschel und ist ebenfalls ein echter Hingucker.

Makroliebhaber sind am Hausriff vor der Basis bestens aufgehoben, riesige Tischkorallen gedeihen am Chapel Point, ein höchst dekorativer Korallengarten am Sandingan Slope, und am Paradise sind die Weichkorallen Trumpf. Der South Point liegt mit einer halben Stunde Anfahrt am weitesten entfernt und glänzt mit Überhängen und Höhlen an einer prächtigen Steilwand. Weiter oben, zwischen 5 bis 15 Metern, überwuchern Formationen von Hartkorallen das Riff und kämpfen um die besten Plätze.

So kann es bei der Endabrechnung der Tauchgänge vorkommen, dass schon mal vier Tauchgänge an einem Tag durch die Basis vermerkt werden. Für den Taucher-Merkzettel kann man mit dieser Destination und dem Pura Vida Cabilao folgende Begriffe notieren: klein, aber fein, ruhig und entspannend, Weltklasse-Critter-Spots sowie schönste Steilwände und Korallen – einfach vom Feinsten.

REISEFACTS PHILIPPINEN

ANREISE NACH CABILAO

Mit Cathay Pacific von Frankfurt über Hongkong nach Cebu-City. Autotransfer nach Argao und rund einstündige Bootsfahrt nach Cabilao. Alternativ von Cebu-City mit dem Flugzeug oder Schnellfähre nach Tagbilaran auf Bohol und von dort ein rund einstündiger Transfer nach Cabilao.

BESTE REISEZEIT

Von Anfang Dezember bis Juli. Wassertemperatur zwischen 26 und 30 Grad Celsius, Lufttemperatur zwischen 25 und 33 Grad Celsius. Cabilao liegt unterhalb des Taifungürtels, daher keine starken Monsunregen

TAUCHEN AUF CABILAO

Die Sea-Explorers-Basis (www.sea-explorers.com) im Pura Vida Cabilao Resort bietet täglich vier Ausfahrten in Gruppen bis maximal vier Taucher an. Fotografen können einen eigenen Guide buchen. Die Touren finden mit zwei Auslegerbooten für 12 bis 20 Personen sowie zwei Speedbooten für acht Personen statt. Auf dem Programm stehen rund zwei Dutzend Tauchplätze, die Tagesausfahrten führen zum Beispiel nach Balicasag, Pangangan und Sandigan. Maximale Tauchtiefe: 40 Meter. Nitrox ist gegen Aufpreis erhältlich (2 Euro je Tauchgang). Zusätzliche Gebühren vor Ort: Naturschutzgebühren rund 2 Euro/Tag, fürs Walhaitauchen zahlt man 25 Euro.

Quelle

 

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