Philippinische Armee fliegt wieder Angriffe

Manila, Philippinen – Im Süden der Philippinen hat die Armee nach einer kurzen Feuerpause zum Ende des Fastenmonats Ramadan ihren Kampf gegen islamische Extremisten fortgesetzt. Das Militär flog am Montag wieder Luftangriffe auf die umkämpfte Stadt Marawi, wo sich Aufständische seit mehr als einem Monat verschanzt halten. Auch am Boden gehe die Offensive weiter, teilte ein Armeesprecher mit.

Am Sonntag hatte das Militär eine achtstündige Feuerpause ausgerufen, damit muslimische Bewohner der Stadt das Ende des Ramadans feiern konnten. Der Konflikt um das rund 800 Kilometer südlich von Manila gelegene Marawi dauert seit fünf Wochen an. Auslöser war der Versuch des Militärs gewesen, am 23. Mai den mutmaßlichen Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat auf den Philippinen, Isnilon Hapilon, festzunehmen.

Daraufhin griffen Hunderte mit dem IS verbündete Extremisten die Stadt an und besetzten sie. Präsident Rodrigo Duterte verhängte für 60 Tage das Kriegsrecht über die Region. Mehr als 380 Menschen starben bisher in dem Kämpfen, darunter 27 Zivilisten. Mehr als 300.000 Einwohner Marawis und benachbarter Orte ergriffen die Flucht. „Wir haben unsere Offensive wieder aufgenommen und wollen Marawi so schnell wie möglich befreien“, sagte Armeesprecher Jo-ar Herrera. Extremisten leisteten seinen Worten zufolge aber Widerstand.

Sie hätten Feuer gelegt und Molotowcocktails benutzt, um den Vormarsch des Militärs zu stoppen. Die Islamisten halten in Marawi den Angaben zufolge noch vier Stadtteile. Die Führungsspitze der Extremisten bröckele aber, sagte Herrera weiter. Top-Anführer sollen geflohen sein, darunter auch der gesuchte Hapilon. Zudem hätten sie Nachschubprobleme bei der Munition.

Quelle

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