Lagazpi City – Eine Stadt trägt zu Unrecht „Schwarz“

Manila, Philippinen – Anfang Juli 2017 entschied sich die Redaktion für eine Autofahrt von Batangas nach Lagazpi City, der Hauptstadt der Provinz Albay, im Süden der Hauptinsel Luzon.

Die 420 Kilometer lange Fahrt dauerte etwa 13 Stunden, allerdings mit einer ausgedehnten Mittagspause und 3 kleineren Pausen, um sich die Beine zu vertreten. Die Fernverkehrsstraße nennt sich Pan-Philippine Hwy/AH26, hat aber wenig gemein mit einer Schnellstraße, obwohl, viele Städte auf unserem Weg haben bereits Umgehungsstraßen, doch durch viele musste man sich quälen. Wir hatten es zwar nicht eilig, es macht aber auch kein Spaß minutenlang hinter einem voll beladenden Tryke hinterher zu fahren, ohne die Möglichkeit zu überholen.

Und trotzdem, manchmal genossen wir auch das langsam fahren, die Strecke ist abwechslungsreich, von atemberaubenden Blicken über das Meer bis hin zu endlos scheinenden, erfurcht erweckenden, hohen Vulkanen.

Und es wird gebaut und gebaut. Irgend jemand scheint Milliarden Peso „verloren“ zu haben, Ortsumgehungen werden gebaut, Strassen ausgebessert, Strassen von 2 auf 4 Spuren erweitert, Gewerbegebiete entstehen, Hotels und Restaurants entstehen alle paar Kilometer. Da wo der 4-spurige Ausbau abgeschlossen ist ging die Reise entsprechend schneller voran.

Bereits 80 Kilometer vor erreichen unseres Zieles wurden wir dem Wahrzeichen der Stadt aufmerksam, dem Mount Mayon. 2462 Meter hohe Mayon ist beeindruckend und angsteinflößend zu gleich. Doch anscheinend nur für uns Touristen, der Verkehr um Legazpi City wurde immer dichter, auch das geschäftliche Treiben wurde durch das übergroße Wahrzeichen der Stadt nicht beeinträchtigt.

Legazpi City ist auf dem ersten Blick wie viele Städte auf den Philippinen, doch macht man seine Augen etwas weiter auf kann man Dinge entdecken die einem mehr als ein Ah und Oh entlocken. Nur etwa 1,5 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, glaubt man in der Provinz zu sein. Der Legazpi Boulevard befindet sich direkt am Meer und hat eine komplett neu gestaltete Uferpromenade. Jung und alt zieht es morgens und abends auf den ca. 2 Kilometer langen Boulevard. Morgens sieht man Jogger und Radfahrer, aber auch Frühaufsteher, die die morgendliche kühle Briese vom Meer genießen.

Abends ein komplett anderes Bild, 30 oder mehr Resto-Bars, die mit verschiedenen kulinarischen Genüssen und mit Live-Musik auf ihre Gäste warten. Für jeden Geschmack und Geldbeutel ist etwas dabei. Anmerkung: an drei Abenden haben wir nicht einen kaukasisch aussehenden Touristen gesehen, es geht auch ohne ausländische Besucher.

Und trotzdem liegt über der Stadt ein schwarzer Schimmer, immer wenn man nach unten schaut sieht man die Gegenwart des Vulkans. Schwarze Asche, überall. Dadurch wirkt die Stadt schmutzig, was sie aber keinesfalls ist.

An den Vielen Stränden der Umgebung das gleiche Schauspiel, anstatt „white beach“, „black beach“.

Ein absolutes muss, wenn man Legazpi City besucht, ein Abstecher in den Nationalpark des Mount Mayon, für Wanderfreunde auf jeden Fall ein Highlight. Aber Vorsicht ohne fachkundige Begleitung sollte man sich dem hochaktiven Vulkan nicht nähern.

Legazpi City scheint nur aus Kindern und Studenten zu bestehen, überall sieht man Uniformen der verschiedenen Bildungseinrichtungen. Legazpi ist das akademische Zentrum der Region Bicol. Es gibt mehrere Universitäten in der Stadt: die Katholische Bildungseinrichtung Aquinas University of Legazpi, eine Schwesterschule der University of Santo Tomas in Manila, das Divine Word College und die staatliche Bicol University (BU), eine der größten Universitäten des Landes, die als Innovationszentrum für Ingenieurwissenschaften anerkannt ist und renommiert ist für agrarwissenschaftliche Forschung und Forschung im Bereich der Fischerei.

Schade, dass unser Ausflug nach 3 Tagen schon beendet war, außer für einen von uns, mit schweren Herzen mussten wir unseren Redakteur Ron mit Dengue Fieber im Krankenhaus zurücklassen, er ist aber schon wieder auf dem Weg der Besserung und wird seine Arbeit bald wieder aufnehmen.

Redaktion

 

 

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