Mitreißende Show der „UST Singers“ in Gießener Albertuskirche

Einen mitreißenden Auftritt absolvierten am Samstag die „University of Santo Tomas Singers“ aus Manila in der Kirche St. Albertus in Gießen. Die handwerklich untadelige und emotional intensive Show aus Gospel, Pop und Musicalmelodien riss die Zuschauer zu heftigem Beifall hin; die Zugaben nahmen kein Ende.

Der 1992 von Fidel Gener Calalang Jr. gegründete Chor setzt sich zum Großteil aus ausgewählten Studenten und Alumni der verschiedenen Fakultäten der „Pontifical and Royal University of Santo Tomas“ zusammen. Dabei handelt es sich um Asiens älteste und die weltweit größte katholische Universität. Bereits 2015 gestalteten die „UST Singers“ mit ihrem Partnerchor „Chorona Buseck“ ein gemeinsames Konzert in Gießen und begeisterten dabei die Zuhörer. Im Rahmen ihrer internationalen Tour präsentierten sie nun ihr neues Programm, das neben klassischer Literatur auch Popsongs umfasst.

An die 300 Zuhörer waren in die gemütliche Kirche gekommen, in der es allerdings nicht angenehm kühl war, sondern rechtschaffen heiß. Machte nichts: Kaum hatten die knapp 30 Gäste unter der Leitung von Prof. Fidel G. Calagang ihr erstes Stück angestimmt, vergaßen alle alles Übrige. Der Chor hatte schon mit dem Einmarsch einen guten Eindruck gemacht, bei dem der Gesang effektvoll durchs Haus wehte. Ihr Auftakt mit „Cantate domino“ war allseits überzeugend: Mit Schwung, rund und mit größter Stabilität musiziert, erwiesen sich die Gäste sogleich als Könner. Das schloss auch größte Lautstärken mit ein, die, zuweilen schockartig, auch zum Ausdrucksspektrum des Chors gehören. Der kann sich das prima leisten, denn seine Stimmen sind allesamt von ausgesucht hoher Qualität. Dabei gibt es einen schönen runden, sehr ausgewogenen Bass.

Am wichtigsten sind wohl die hohen Frauenstimmen. Sie sind von ausgesuchter Sauberkeit und Intonationssicherheit und runden damit das Spektrum des Chors ab. Eine professionelle, auch emotionale Geschlossenheit verstärkt die seelische Wirkung – und zwar erheblich. Hinzu kommt die umfassende Sicherheit, mit der hier musiziert wurde. Das Publikum war sofort voll bei der Sache. Auch die Dynamikgestaltung war makellos, was dem sakralen Programm des ersten Teils sehr zugute kam: Hochstabile Flächen, feinste Differenzierungen und ein nie unsicherer dramaturgischer Bogen kennzeichneten die Arbeit des Chors, genau wie eine geradezu übersprudelnde Lust am Gesang. Unübertrefflich auch die Arbeit mit dem Volumen. Die unerschütterliche Präzision ermöglichte es Calagang, minutiöse Feinzeichnungen zu realisieren – zauberhafte Momente.

Auch die Solistinnen und Solisten konnten ganz überzeugen, wobei Calagang größte Ausgewogenheit von Solostimme und Chor wahrte.

Im zweiten Teil ging es um die leichte Muse, so gab es eine Version des Beatleshits „Good day sunshine“ in einer leicht jazzigen Auffassung und ganz moderne Songs. Die Musicaltitel hatte man in dieser hohen Auflösung erst selten gehört.

Aber auch mit originellen choreografischen Elementen und veränderter Bühnenaufstellung zeigten die Gäste Topniveau und nahmen mit ihrer Mischung aus scheinbarer Leichtigkeit und Engagement sämtliche Zuhörer mit. Riesenapplaus, gegen zehn ging alles zu Ende. Draußen war es nicht viel kühler.

Ein weiteres Konzert der Philippinen fand gestern Abend in der katholischen Kirche Heilige Familie in Hüttenberg statt.

Quelle

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