Bilaterale Beziehungen zwischen der Schweiz und den Philippinen

Die beiden Länder pflegen gute und seit langem etablierte Beziehungen. Sie sind gekennzeichnet durch einen regelmässigen Politischen Dialog, einen regen Handel und punktuelle Einsätze der Humanitären Hilfe bei Naturkatastrophen.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Regelmässig findet ein Politischer Dialog statt. Bezüglich der Rückgabe der unrechtmässigen erworbenen Vermögenswerte kollaboriert die Schweiz eng mit den Philippinen. 2012 feierten die beiden Länder 150 Jahre bilaterale Beziehungen.

 

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Auch wenn der Handel zwischen den beiden Ländern bescheiden ist, stellen die Philippinen der sechstwichtigste Handelspartner der Schweiz in Südostasien dar. Die Schweiz exportiert vor allem pharmazeutische Erzeugnisse, Maschinen und Uhren und importiert Maschinen und Agrarprodukte. Rund 60 Schweizer Firmen beschäftigen auf den Philippinen um die 15’000 lokale Arbeitnehmer.

Zusammenarbeit im Bildungsbereich

Junge Berufsleute aus den Philippinen können dank des sogenannten Stagiaireabkommens ihre Berufs- und Sprachkenntnisse in der Schweiz erweitern.

Forschende und Kulturschaffende aus Philippinnen können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.

 

Humanitäre Hilfe

Die Humanitäre Hilfe unterstützt mit punktuellen Einsätzen. Anfang Dezember 2012 forderte der Taifun Bopha auf der philippinischen Insel Mindanao Hunderte Todesopfer und verursachte grosse Verwüstungen verursacht. Für die Nothilfe vor Ort leistete die DEZA einen Beitrag im Umfang von 600‘000 CHF. 2011, als der tropische Sturm Sendong den Süden des Landes zerstörte, schickte die DEZA sechs Experten in die Philippinen und leistete einen Beitrag von ungefähr 300’000 CHF.

Kulturaustausch

Im Rahmen des 150-jährigen Jubiläums haben 2012 einige kulturelle Veranstaltungen stattgefunden.

Schweizerinnen und Schweizer in den Philippinen

2015 lebten 3625 Schweizerinnen und Schweizer in den Philippinen.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich zwischen der Schweiz und den Philippinen, damals noch eine spanische Kolonie, rege Wirtschaftsbeziehungen. Ein Vorstoss des Glarner Unternehmers und Nationalrats Peter Jenny führte 1862 zur Eröffnung des Schweizer Konsulats in Manila, das erste Schweizer Konsulat in Asien. 1879 gründeten Schweizer Versicherungsgesellschaften Agenturen auf den Philippinen. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren rund 15 Schweizer Unternehmen auf den Philippinen tätig, vorab im internationalen Handel, in der Holzindustrie und der Plantagenwirtschaft.

Die Schweiz anerkannte die Republik der Philippinen offiziell am 4. Juli 1946. Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen erfolgte 1957.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich die wirtschaftlichen Beziehungen lebhaft. 1979 war die Schweiz der viertgrösste Investor auf den Philippinen.

Nach dem Sturz von Präsident Ferdinand Marcos im Jahr 1986 blockierte der Bundesrat die Gelder der Marcos-Familie, die sich auf Schweizer Bankkonten befanden. 2004 kam das Verfahren um die eingefrorenen Gelder zum Abschluss; sie wurden an die philippinischen Behörden ausbezahlt.

Quelle

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