Davao City – Leben auf der Mülldeponie

Bei tropischer Schwüle tagein, tagaus im stinkenden Müll, zwischen Chemikalien, Drogenspritzen und haushohen Geröllhalden etwas Verwertbares suchen und zu einem mageren Lohn verkaufen – für knapp eintausend Menschen in der philippinischen Stadt Davao ist dies die einzige Möglichkeit, sich einen kleinen Lebensunterhalt zu sichern. Mit einem Projekt des Vereins Charity-Event soll jetzt der Zugang zu gesundem Trinkwasser ermöglicht werden.

„Die Menschen arbeiten nicht nur auf der Mülldeponie. Die Halde ist gleichzeitig das Zuhause von ganzen Familien“, sagt Esther Wittstock. Die 26-Jährige Studentin aus Kleinmaischeid engagiert sich seit vielen Jahren bei Charity-Event und ist regelmäßig auf den Philippinen. Dort erlebt sie, wie gesundheitsschädigend Arbeit und Leben auf der Deponie sind: „Vor allem Kinder leiden unter den schlechten hygienischen Verhältnissen. Augenreizungen, Hautausschläge und Durchfall sind an der Tagesordnung.“ Grund für viele Krankheiten sei, so Wittstock, dass die Menschen das vom Müll verseuchte Grundwasser trinken und zum Waschen nutzten.

„Für den Hungerlohn aus der Mülldeponie können sich viele Familien kein sauberes Trinkwasser in Kanistern leisten. Hier setzt unser Projekt an“, sagt Dennis Sturm, Vorsitzender von Charity-Event.

Mit Westerwälder Hilfe soll eine Wasserleitung gebaut werden, die die Menschen auf der Mülldeponie versorgt. Mehrere Tausend Euro koste dieses Vorhaben, sagt Dennis Sturm. „Dafür braucht es natürlich Spenden. Gleichzeitig wollen wir aber auch das Verantwortungsbewusstsein der Menschen stärken, indem wir sie zukünftig an den Kosten beteiligen“. Für die Wasserversorgung sollen die Menschen auf der Deponie eine kleine monatliche Gebühr bezahlen. Diese ist für die Familien günstiger, als die im Moment noch genutzten Trinkwasserkanister. „Mit der neuen Wasserleitung schaffen wir für alle Beteiligten eine wirtschaftlichere Lösung“, sagt Esther Wittstock.

Das Vorhaben in Davao ist das Jahresprojekt des Vereins Charity-Event. Bei dem in Westerburg ansässigen Verein engagieren sich etwa 100 Studenten und junge Erwachsene im Westerwald und weltweit. Charity-Event organisiert Sport- und Kulturveranstaltungen in der Region, mit deren Erlösen Hilfsprojekte im In- und Ausland unterstützt werden. Mehr als 100.000 Euro pro Jahr werden damit in bessere Bildung weltweit investiert. Vereinsmitglieder reisen auf eigene Kosten zu den Projekten und stellen so sicher, dass die Förderung zielgerichtet und ohne unnötige Bürokratie dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Quelle

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