Update: Duterte will Menschenrechtsaktivisten erschießen lassen

Manila, Philippinen – Eine Anweisung des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte zur Erschießung von Menschenrechtsaktivisten hat international für Entsetzen gesorgt. Diese Drohung sei „wie das Malen einer Zielmarkierung auf den Rücken mutiger Menschen, die daran arbeiten, die Rechte und die Würde aller Filipinos zu wahren“, sagte Phelim Kine, stellvertretender Asien-Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) am Donnerstag am Hauptsitz der Organisation in New York. „Duterte sollte seine verwerflichen Bemerkungen sofort zurücknehmen, bevor noch mehr Blut an seinen Händen klebt“, betonte er.

Laut HRW-Angaben hatte Duterte am Mittwoch die philippinische Polizei angewiesen, jene zu erschießen, die Teil der „Drogenaktivitäten“ seien. Wenn Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen die Justiz behinderten, „erschießt ihr sie“, fügte Duterte demnach hinzu. Duterte habe zugleich gewarnt, dass Menschenrechtsorganisationen mit strafrechtlichen Ermittlungen konfrontiert werden könnten, wenn sie seinen „Krieg gegen Drogen“ kritisierten.

„Irgendwann, ihr Menschenrechtsgruppen, werde ich auch euch untersuchen. Das ist die Wahrheit. Wegen Verschwörung“, wird Duterte zitiert. Im „Krieg gegen Drogen“ auf den Philippinen sind nach HRW-Angaben seit dem Amtsantritt Dutertes im Juni 2016 mindestens 7.000 Menschen getötet worden.

Zuletzt hatte der Präsident die Tötung von 32 Verdächtigen binnen 24 Stunden als vorbildlich gelobt. „Lasst uns jeden Tag weitere 32 töten. Vielleicht können wir die Krankheit dieses Landes lindern“, sagte Duterte am Mittwoch. Die mutmaßlichen Drogenkriminellen wurden Medienberichten zufolge Anfang dieser Woche nahe der Hauptstadt Manila in der Provinz Bulacan von Polizeikräften getötet.

Quelle

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