Mord an 17-jährigen Schüler – Beugt sich Duterte dem Druck der Strasse?

Manila, Philippinen – Präsident Rodrigo Duterte muss sich diesmal wahrscheinlich dem Druck der Strasse beugen. Der Tod des 17-jährigen Schülers, Kian Loyd Delos Santos, der am letzten Mittwoch von 4 Polizisten getötet wurde, hat eine Welle der Empörung hervorgerufen.

Hunderte von Menschen gingen heute, 21. August 2017, trotz strömenden Regens auf die Strasse und protestierten gegen außergerichtliche Tötungen in Dutertes blutigen Anti-Drogen-Krieg.

Selbst aus Dutertes eigenem Lager kamen kritische Töne, Senator Francis Escudero sagte heute, kriminelle Polizisten sollten sich nicht zu sicher fühlen, Dutertes Amtszeit endet 2022, auch dann können sie noch zur Rechenschaft gezogen werden. (wir berichteten) Das war das erst Mal das sich ein Anhänger des Präsidenten offen gegen ihn stellte.

Der Großvater des getöteten Schülers sagte, er habe Duterte gewählt, weil er hoffte das Duterte mehr Gerechtigkeit, weniger Korruption und Verbrechen bringen werde. Jetzt sehe er ein, Duterte zu wählen war ein großer Fehler gewesen, von Duterte komme keine Gerechtigkeit, sondern nur Tod und Verderben.

Die ehemalige Präsident Benigno „Noynoy“ Aquino III verglich Dutertes Anti-Drogen-Krieg mit mit der Terrorherrschaft von Ferdinand Marcos, der 20 Jahre als Diktator auf den Philippinen wütete und Tausende Menschen einsperrte, folterte oder verschwinden ließ.

Vizepräsidentin Leni Robredo forderte die Kirche auf sich noch mehr zu engagieren.

In getrennten Reden forderte Robredo Priester und Mitglieder des Gesetzes auf, sich ihre jeweiligen Eide zu Herzen zu nehmen, um der Nation zu helfen, vor allem den Armen und Ausgegrenzten.

Am Ende des Tages erklärte Duterte, wenn die Polizisten schuldig sind, werden sie ins Gefängnis gehen. „Ich bin damit einverstanden, dass es eine Untersuchung gibt. Wenn die Schuld der Polizisten erwiesen ist werden sie ins Gefängnis gehen“, sagte er Reportern in einer Pressekonferenz im Präsidentenpalast, Malacañang.

Duterte hatte zuvor mehrfach wiederholt, dass er nicht zulassen wird, das Polizisten ins Gefängnis gehen, wenn sie im Zusammenhang dem Anti-Drogen-Krieg straffällig werden.

Redaktion

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