Krieg der Worte zwischen Duterte und Callamard

Manila, Philippinen – Eine UN-Sonderberichterstatterin, die ihren Job nicht machen kann, weil der Präsident der Philippinen Bedingungen stellt, die ihm nicht zukommen und der bei jeder Kritik ausfallend und beleidigend wird – und ganz neu – falsche Informationen verbreitet.

Das ist der Krieg der Worte, zwischen Präsident Rodrigo Duterte und der UN-Sonderberichterstatterin für Menschenrechte, Agnes Callamard.

Wie alles anfing

Die UNO hat die hat UN-Sonderberichterstatterin für Menschenrechte, Agnes Callamard aufgefordert die außergerichtlichen Morde zu untersuchen, die Philippinen sind nicht nur Mitglied der UNO, sie haben auch die Menschenrechtskonvention unterschrieben. Und genau dort ist festgelegt, wie eine Untersuchung zu erfolgen hat, wer die Ergebnisse auswertet und veröffentlicht. Frau Callmard hat keine Möglichkeit diese Vorgehensweise zu beeinflussen.

Aber genau dies verlangt Präsident Rodrigo Duterte, unter anderem will er die Ergebnisse der Untersuchung öffentlich mit Frau Callamard diskutieren, Duterte schreibt vor mit wem die UN-Sonderberichterstatterin sprechen und welche Unterlagen sie einsehen darf.

Duterte und seine Administration sagen stets, einer Untersuchung zuzustimmen, schreiben den Ermittlern aber vor, wie sie zu untersuchen haben, seit einigen Monaten lehnt die philippinische Regierung die UN-Sonderberichterstatterin komplett ab, trotzdem die Philippinen Frau Callamard mit wieder gewählt haben.

Callamard, eine starke Frau

Agnès S. Callamard ist Sonderberichterstatterin über außergerichtliche, summarische oder willkürliche Hinrichtung im Büro der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR). Im Jahr 1985 erhielt Callamard ihren Bachelor – Abschluss vom Institut d’Etudes Politiques de Grenoble . Callamard hat einen Master-Abschluss von der Howard University in International / African Studies. 1995 erhielt sie einen Doktortitel in Politikwissenschaft an der New School for Social Research in New York.

Frau Callamard nimmt ihre Aufgabe sehr ernst, von 1998 bis 2001 war Callamard als Kabinettchefin für den Generalsekretär von Amnesty International , und für die Forschungspolitik – Koordinator der Organisation Rechte der Frauen. Callamard hat in einer Vielzahl von Ländern in Afrika, Asien und dem Nahen Osten Menschenrecht Untersuchungen durchgeführt. (Quelle)

Duterte, ein Präsident der von Menschenrechten nicht viel hält

Das Präsident Rodrigo Duterte nicht viel von der UNO, dem Papst, Menschenrechtsorganisationen und Kritikern hält ist hinlänglich bekannt. Jeder der Kritik an seiner Person oder seiner Politik übt wird mit Schimpf und Schande überhäuft. so auch Callamard, die sich schon des öfteren im Kreuzfeuer von Duterte befand, sich jedoch nicht beeinflussen lässt. Nur kann sie ihre, von der UN übertragene Aufgabe nicht erfüllen, doch sie lässt nicht locker. Eine Patt-Situation zwischen der UNO und den Philippinen ist entstanden.

Duterte und Frankreich

In der neuesten Tirade hat Duterte nun auch noch das Heimatland von Callamard beleidigt, die französische Botschaft sah sich gezwungen falsche Informationen, die der Präsident verbreitet hatte, richtig zu stellen.

So beschimpfte Duterte Frau Callamard am Dienstag, 29. August 2017 als „Tochter einer Hure“ und „Närrin“, dabei unterstellte er Frankreich die Menschenrechte zu missachten. Er behauptete im Heimatland von Callamard können die Menschen unbegrenzt inhaftiert werden und Beschuldigte müssen ihre Unschuld beweisen, er berief sich sogar auf das französische Gesetz. (Quelle)

Redaktion

 

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