Philippinisches Patenkind – „Kleines Baby“ ist heute 35

Wiedersehen nach 35 Jahren: Anne und Hubert Behrens haben Besuch von ihrem philippinischen Patenkind Marivic Magsino.

Nach 35 Jahren sahen Anne und Hubert Behrens erstmals ihr philippinisches Patenkind wieder. Seit Samstag ist Marivic Magsino für fünf Tage zu Besuch in Deutschland, um das Ahlener Ehepaar näher kennenzulernen. Mit dabei auch Pater Heribert Lohrengel, der damals die Taufe vorgenommen hatte.

Im Jahr 1980 veranstaltete die Pfarre St. Ludgeri ein Pfarrfest, aus dessen Erlös eine Spende nach Bongabon auf den Philippinen in die Pfarre von Missionar Pater Heribert Lohrengel floss. Mit diesem Geld wurde für eine der Familien ein Wasserbüffel angeschafft.

Pater Heribert Lohrengel ist der Cousin von Hubert Behrens, der somit wusste, dass die Spende gut angelegt ist. „Wasserbüffel werden noch heute zum Pflügen für den Reisanbau gebraucht“, erklärt der Pater.

1982 besuchte das Ehepaar Behrens über Ostern zusammen mit Josef Lohrengel, dem Bruder des Paters, den Missionar auf den Philippinen. „Es war ein kleines Abenteuer für uns“, erinnerte sich Anne Behrens. Die Behrens kamen dort auch auf die Idee, jene Familie im Urwald zu besuchen, die sich über die Spende des Wasserbüffels freuen durfte. Der Zufall wollte es, dass zum Osterfest die jüngste Tochter Marivic, die damals acht Monate alt war, getauft werden sollte. Aus Dankbarkeit schlug Marivic‘ Vater vor, dass Anne Behrens die Taufpatenschaft übernehmen soll. „Ich hatte bis dahin noch kein Patenkind“, sei sie überrascht gewesen, erklärt Anne Behrens. Sie habe zwar kurz überlegt, ob das über die Entfernung sinnvoll ist, dann aber zugestimmt. Schließlich konnte die Verbindung über Pater Heribert Lohrengel erfolgen. So haben Anne und Hubert Behrens in den nachfolgenden Jahren über den Pater einen Briefkontakt gepflegt und auch Marivic‘ Familie finanziell unterstützt.

2007 zog es Marivic Magsino in die USA zum Studieren, mittlerweile lebt sie in der Stadt Syracuse im Bundesstaat New York. Ihre Pateneltern hatte sie nicht vergessen und versuchte 2014, sie über das Internet ausfindig zu machen, was aber nicht gelang. Im Mai dieses Jahres sprach sie Pater Heribert Lohrengel an: Sie habe den Wunsch, einmal ihre Pateneltern zu besuchen. Da der Pater des Steyler Missionarsordens in diesen Monaten auf Heimaturlaub in Deutschland weilt, setzte sich die Philippinin ins Flugzeug zu ihrem ersten Deutschlandbesuch.

„Ich war sehr nervös, aber alle waren sehr herzlich zu mir“, fühlt sich Marivic Magsino jetzt sehr gut aufgenommen. Auch Anne Behrens war vorher auf das Kennenlernen gespannt: „Ich hatte sie als Baby ja auf dem Arm.“

Da die Behrens kein Englisch sprechen, hat Pater Lohrengel die Aufgabe der Verständigung übernommen. Am Sonntag lernte Marivic schon gleich mehrere Familienmitglieder bei einer Feier kennen – und knüpfte damit viele neue Kontakte. Am Montag machte sie mit den Behrens unternahm sie einen Stadtrundgang in Ahlen, der ihr gut gefiel. Am Dienstag ging es nach Köln. Mittwoch wird sie in die USA zurückfliegen. Ob sie denn mal wiederkommt? Marivic Magsino lächelt glücklich: „Das kann ich mir sehr gut vorstellen.“

Quelle

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