Familienvater kämpft um sein Kind

Der Nordtiroler Kraftsportler Wolfgang Hell ist wütend. Weil er seit Monaten um die Familienzusammenführung seiner Frau mit Kleinkind aus den Philippinnen kämpft, ist er an seine persönlichen Grenzen gestoßen. Nun hat er sich mit seiner ergreifenden Geschichte an die Öffentlichkeit gewandt.

Die unglaubliche Geschichte von Wolfgang Hell beginnt im Jahr 2011. Als der Haiminger in dieser Zeit für einige Monate auf den Philippinnen lebte, lernte er seine heutige Frau kennen. Sie führten eine glückliche Beziehung, bis seine Partnerin schwanger wurde.

Als die beiden die Entscheidung trafen, ihr Kind in Österreich aufwachsen zu lassen, begannen die Schwierigkeiten. „Es war ein Papierkrieg. Das könnt ihr euch nicht vorstellen“, erzählt Hell in einer kürzlich veröffentlichen Videobotschaft.

„Das hat uns ein Vermögen gekostet“

Seine Frau musste unzählige polizeiliche Bestätigungen vorlegen, um überhaupt ein Visum beantragen zu dürfen. Das Besorgen all dieser Papiere hat die frischgebackene Familie „ein Vermögen gekostet“. Doch die Bürokratie wollte einfach kein Ende nehmen. Selbst als das Kind auf die Welt kam, schien eine Familienzusammenführung weiterhin in weiter Ferne.

Die philippinische Frau des Nordtirolers musste ganze vier Mal von ihrem Heimatort zur österreichischen Botschaft fliegen. Zwei Mal musste sie dabei sogar ihr Kleinkind mitnehmen. Als nach mehreren Monaten alle Papiere endlich zusammen waren, wurde das Visum völlig überraschend und ohne Begründung abgelehnt.

Politik fühlt sich nicht zuständig

Obwohl die Frau unbescholten ist, und das Kind ein Anrecht auf die österreichische Staatsbürgerschaft hat, musste sich die Familie erneut der erdrückenden Bürokratie stellen. Dabei wandte sich Wolfgang Hell sogar mit offenen Briefen an den Bundespräsidenten und an den Außenminister – jedoch ohne Erfolg. Diese fühlten sich angeblich nicht zuständig.

In der Zwischenzeit musste der Kraftsportler viel arbeiten, um sich den Papierkrieg mit der österreichischen Botschaft in den Philippinen weiterhin leisten zu können. Dafür musste er jedes Mal sogar um 3 Uhr morgens aufstehen, um – aufgrund der Zeitverschiebung – mit den zuständigen Behörden telefonieren zu können.

Nachdem Hell nun sogar einen Nachweis erbringen musste, dass seine Wohnung für Frau und Kind groß genug sei, und er jeden Monat ein Einkommen von 1.250 Euro abzüglich aller Fixkosten übrig habe, wurde das Visum nun endgültig ausgestellt.

„In was für einer Welt leben wir?“

„Das hat Nerven gekostet. Wir haben sie so weit gebracht, bis sie uns nicht mehr ausgekommen sind“, so Hell. Was ihn jedoch besonders wütend macht, ist etwas anderes: „Irgendwelche Wirtschaftsmigranten, die in unser Sozialsysten einwandern, schmeißen ihren Reisepass weg und schreien ganz laut: ‘Asyl!’. Die kriegen dann eine Mindestsicherung, die höher ist, wie eine Mindestpension“, so ein verärgerter Wolfgang Hell.

„Ja, in was für einer Welt leben wir?“, fragt er sich abschließend in seiner Videobotschaft. Für seine offenen und ehrlichen Worte erhielt der Haiminger sehr viel Beifall. Innerhalb von nur wenigen Tagen haben sich mehr als 30.000 Menschen seine Geschichte angehört.

Viele Fans des Kraftsporters waren sprachlos über den Umstand, denen der Nordtiroler ausgesetzt war. Hunderte sprachen Hell Mut zu, dass nun hoffentlich alles gut wird. Ob seine Frau nun endlich nach Tirol kommen konnte, ist nicht bekannt.

Quelle

Print Friendly, PDF & Email
Auswandern auf die Philippinen – Tablas Sunshine Village