Der Wochenrückblick

Manila, Philippinen – Noch einmal gut gegangen, das ist das Resümee dieser Woche. Anhänger und Gegner Dutertes kamen in allen Landesteilen, am Donnerstag zusammen und demonstrierten für oder gegen ihn. Keine der Gruppen gab dem Präsidenten Anlass das Kriegsrecht über die Philippinen zu verhängen, Duterte hatte in der letzten Woche gedroht, wenn es zu Ausschreitungen kommen sollte, werde er das Kriegsrecht landesweit verhängen.

Zurzeit streiten sich verschiedene Behörden darüber, wer mehr Anhänger mobilisieren konnte, das ist allerdings nur Kosmetik. Die Opposition, die gegen das willkürliche Abschlachten von Menschen ist und gegen die Verklärung der Marcos-Diktatur wird grösser, aber sie ist noch lange nicht so stark um einen Wandel im Land zu vollziehen.

Ein großes Problem für Duterte könnte seine eigenen Glaubwürdigkeit werden, nicht nur dass er offen gelogen hatte, was die angeblichen Offshore-Konten seines politischen Gegners betraf, er musste auch öffentlich zugeben die Unwahrheit verbreitet zu haben. Rechtlich kann man Duterte nichts anhaben, er steht über dem Gesetz und genießt Immunität. Doch seine Handlanger, wie die Kommunikationssekretärin Mocha Uson hat jetzt mit einer Klage wegen Verleumdung und Verbreitung von gefälschten Nachrichten zu rechnen.

Man kann auch anders mit politischen Gegnern umgehen, Rufschädigung gehört bestimmt nicht dazu. Moralisch hat Duterte seinen Tiefpunkt erreicht.

Noch am Tag vor dem „nationalen Protesttag“ tönte Duterte medienwirksam er werde an den Demonstrationen zum 45. Jahr der Ausrufung des Kriegsrechts teilnehmen, doch am nächsten Tag saß er 800 Kilometer entfernt mit Soldaten in Marawi an einem Tisch.

Ein ehemaliger Dekan der La Salle Universität sagte treffend am Freitag, was kann man einem Präsidenten noch Glauben, national und international, wenn er lügt und nicht zu seinem Wort steht.

Ein anderes Thema, welches unsere Redaktion in dieser Woche beschäftigte war, die staatlich gewährten Rabatte, für Senioren und behinderte Menschen. Eine schöne Sache, da es die Altersstruktur auf den Philippinen zulässt, dass die jüngere Generation für die ältere aufkommt, ohne spürbare Belastung.

Immerhin können die genannten Personengruppen bei vielen Gelegenheiten 20 Prozent sparen und ihnen wird die Mehrwertsteuer erlassen.

Doch dieses Rabattsystem gilt nur für philippinische Bürger, auf den Philippinen lebende Ausländer und Touristen können nicht davon profitieren. Das mag vielleicht daran liegen, dass es keine ausländischen Rentner und Behinderte gibt, auf den Philippinen. Oder doch?

Jedenfalls sollte sich das Torismusministerium mal darüber Gedanken machen, wie man mehr Besucher ins Land holen will, wenn man die Besucher ausgrenzt.

Redaktion

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