Auch Weltreisende müssen zur Schule gehen

Familie Leichsenring ist in Manila angekommen. Die Kinder werden nach dem Homeschool-Prinzip unterrichtet.

Manila. Stefan (34) und Katrin (32) Leichsenring aus Norderstedt, seit zehn Monaten mit ihren Kindern Julien (9), Marie (7) und Mathilda (4) auf Weltreise, haben ihren nächsten Zwischenstopp eingelegt. Sie flogen von Kambodscha über Kuala Lumpur nach Manila, Hauptstadt der Philippinen. Mitte Oktober geht es weiter nach Australien.

Mehr als zehn Millionen Menschen leben im Großraum von Manila, und aktuell verfolgt Präsident Duterte eine strikte Anti-Drogen Mission, die jeden Tag zahlreiche Todesopfer fordert. Auch Unschuldige mussten schon mit dem Leben bezahlen, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Unsere Synapsen waren also von Anfang an auf „Aufmerksamkeit“ gestellt. Einige kleine Inseln des Archipels haben wir schon erkundet. Währenddessen vergessen Julien und Marie das Lernen nicht. Die Schulbefreiung während unserer Weltreise sieht eine einjährige Befreiung vom Unterricht ohne Bedingungen vor. Um den Kindern einen Wiedereinstieg in den Klassenverbund zu ermöglichen und nicht ein „Faulenzerleben“ einschleichen zu lassen, haben wir uns mit verschiedenen Formen des Lernens beschäftigt. Wir haben uns für eine Mixtur entschieden und fahren mit diesem Konzept bisher ganz gut. Reibungslos geht es natürlich nicht immer, wenn die Eltern gleichzeitig die Lehrer sein sollen.

Homeschool bedeutet im Prinzip, dass der Unterrichtsstoff nach Lehrplan dem Kind „zu Hause“ beigebracht wird. Inhaltlich sind die Kinder stets auf der Höhe mit den gleichaltrigen Kindern in der Schule. In der Praxis würde das für uns bedeuten, ganz viele Schulbücher zu schleppen. Wir reisen minimalistisch, schwere Schulbücher passen nicht ins Gepäck. Zum Glück gibt es professionelle Lernsoftware und viele PDF-Vorlagen gratis, die sich bequem online abarbeiten lassen. Unsere Kinder lernen Mathe und Deutsch mit der Oriolus Software. Bei allgemeinwissen.ch ziehen wir uns Arbeitsbogen und drucken diese lokal hier in Asien aus.

Kinder entscheiden selbst, was sie wie schnell lernen

Freilernen bedeutet kurz gesagt, dass Kinder frei entscheiden, was sie lernen. Auch das Lerntempo und die Intensität bestimmen die Kinder frei. Hat ein Kind ein bestimmtes Interesse gefunden, wird es von seinen Eltern unterstützt, um die Bildung in diesem spezifischen Bereich zu intensivieren.

Das Vertrauen, dass das Leben die Kinder genug schult, ist eine der häufigsten Thesen von Freilernern. Wir sehen, dass unsere Kinder in diesen Bereichen wirklich aufblühen und regelrechte Experten werden. Sie haben viel Spaß am Lernen. Wir versuchen zu steuern, dass Englisch und Naturwissenschaften im Form des Freilernens erarbeitet werden.

Was bringt die Zukunft? Diese Frage stellt sich uns mindestens genau so häufig. Was ist, wenn eure Kinder später einmal studieren wollen, werden wir gefragt. Wir wissen es natürlich nicht. Wir wollen ihnen aber die Möglichkeit geben, das in der Zukunft selber zu entscheiden. Somit versuchen wir nach besten Möglichkeiten, mit den Schulinhalten Schritt zu halten.

Wir haben in Deutschland ein Bildungssystem, das in Europa vielleicht veraltet sein mag, doch im Vergleich mit der Welt ist es immer noch top. Das dürfen wir bei allem nicht vergessen. Wir picken uns momentan die Rosinen aus den Lernmethoden raus und genießen die Weltreise.

Auch auf der Internetseite können Interessierte nachlesen, was Familie Leichsenring erlebt.

Quelle

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Auswandern auf die Philippinen – Tablas Sunshine Village