Was nun Generaldirektor Ronald „Bato“ dela Rosa?

Manila, Philippinen – Zum zweiten Mal in diesem Jahr wurde die philippinische Polizei von Dutertes blutigen Kampf gegen illegale Drogen abgezogen, bereits von Januar bis März 2017 wurde die Polizei suspendiert, nun wird die Leitung aller Operationen von der Philippine Drug Enforcement Agency (PDEA) übernommen. (wir berichteten)

Noch vor einem Jahr war Generaldirektor Ronald „Bato“ dela Rosa der Vorzeige-Polizist schlecht hin, Duterte ordnete an und „Bato“ sprang, unter dem Polizeichef wurden aber nicht nur Drogendealer und Süchtige getötet. Unter ihm starben durch Polizeihand Unschuldige, Teenager und Kinder. Bekannteste Beispiele für die Zügellosigkeit seiner Beamten waren unter anderem, die Ermordung eines koreanischen Geschäftsmannes auf dem Gelände des Polizeihauptquartiers, im Oktober 2016, die Tötung eines Drogenverdächtigen Bürgermeisters in seiner Gefängniszelle, im Oktober 2016 oder die Tötung von 3 Jugendlichen im August 2017. Im September musste die Polizei einer ganzen Stadt in Metro Manila ausgetauscht werden, immerhin wurden 1400 Polizisten in Caloocan von ihren Posten enthoben.

Die Schuld aber nur beim Polizeichef zu suchen wäre zu kurz gedacht, im Fall der Tötung des Bürgermeisters, Espinosa, in seiner Gefängniszelle war es der Justizminister, der die Anklagepunkte von Mord auf Totschlag reduzierte, ohne Gerichtsverhandlung, ohne Vorlage von Beweisen. Und es war Duterte, der die 19 beteiligten Polizisten wieder auf ihre Posten setzte. Bisher wurde noch nicht einmal Anklage erhoben.

Die Polizei veröffentlichte heute, 11. Oktober 2017 eine neue Statistik, nachdem wurden seit Juli 2016 145 sogenannte „Hochwertziele“ von der Polizei getötet, natürlich bei legalen Polizeioperationen. Von den bisher 3.103 getöteten Drogenverdächtigen, die sich alle ihrer Verhaftung widersetzten, wurden lediglich 105 Todesfälle untersucht.

Seit Beginn der Anti-Drogen-Kampagne ergaben sich 1.308.078 Drogenverdächtige, dazu zählen Süchtige und Dealer, 113.932  wurden verhaftet. (Quelle)

Duterte und „Bato“ haben den Beamten sogar Prämien für verhaftete oder getötete Drogenverdächtige ausgezahlt, das ist den meisten Filipinos zu wider. Bei einer Umfrage im September sprachen sich immerhin 65 Prozent der Befragten dafür aus, solche Prämien nicht zu zahlen. (Quelle)

Aber was macht der Polizeichef nun, nachdem er vom Kampf gegen illegale Drogen abgezogen wurde? Präsident Duterte war zumindest so gnädig, die Polizisten aufzufordern, durch ihre öffentliche Präsenz vor den Gebrauch und den Verkauf von illegalen Drogen „abzuschrecken“. (Quelle)

Generaldirektor Ronald „Bato“ dela Rosa hat aber schon eine neue Aufgabe für sich und seine 170.000 Beamten gefunden, er will die vielen Morde untersuchen, die von unbekannten Motorradfahrern begangen wurden, die im Allgemeinen als Vigilanten-Morde bezeichnet werden. Vielleicht wird er dabei wieder auf Kollegen treffen, die ihre Arbeit zu ernst genommen haben.

Redaktion

Print Friendly, PDF & Email