Der Wochenrückblick

Manila, Philippinen – Ist Präsident Duterte aus seinem einzigen Thema, dem Töten von Drogensüchtigen und Drogendealern wirklich ausgestiegen? Mit dem Thema, das ihm bei den Präsidentschaftswahlen 2016, einen „Erdrutschsieg“ eingebracht hat. Gesagt hat er es und die Weichen hat er auch gestellt. Die Polizei, immerhin 170.000 Mann, hat er offiziell abgezogen, nur noch eine Behörde kümmert sich jetzt um die angeblichen 4.000.000 Drogenverdächtigen.

Wieviel Drogentote in mehr als einem Jahr wirklich zu beklagen sind, kann nur spekuliert werden, die Polizei sagt, es waren nur wenige, Menschrechtsgruppen und die Kirche behaupten, mehr als 13.000. Egal, ja es ist wirklich egal. Wer erinnert sich morgen noch an ein Opfer, die eigene Familie oder der Nachbar, aber sonst, niemand. Und das ist traurig. Besonders traurig ist aber der Tod von Unschuldigen, von Kindern und Frauen. Korrupte und kriminelle Polizisten haben das Gesetz in ihre Hand genommen, 3 Jugendliche abgeknallt, eine 60-jährige Ladendiebin hingerichtet, sich bei Hausdurchsuchungen am Eigentum anderer vergriffen. Die Liste ist lang.

Wird sich jetzt etwas ändern? Die Anti-Drogenbehörde hat es versprochen, der Kampf soll „unblutiger“ werden und man will sich auf „höherwertige Ziele“ konzentrieren. Eigentlich eine folgerichtige Entscheidung.  Auf der Straße wurden Süchtige und kleine Dealer abgeknallt und hinterm Rücken (oder mit Hilfe) des philippinischen Zolls wurden Drogen im Wert von mehreren Milliarden Peso importiert.

2 Umfragen haben in dieser Woche fast jede Redaktion verwirrt, die eine Umfrage sagt aus, nur noch 50 Prozent der Filipinos vertrauen dem Präsidenten, die andere Umfrage behauptet es sind 80 Prozent. Was denn nun?

Am Donnerstag hat Präsident Duterte einer seiner berühmten Schimpftiraden losgelassen, Opfer diesmal, EU und UN. Den Botschaftern der Länder der EU gab er sogar 24 Stunden Zeit, das Land zu verlassen. Das Problem nur, diesmal hat ihn niemand ernst genommen. Der Präsidentenpalast beeilte sich, den Diplomaten zu beteuern, es gibt keine Ausweisung. Und die Diplomaten selbst haben noch nicht einmal reagiert.

Und das alles nur, Duterte kann nicht differenzieren, wer was gesagt hat. Eine kleine Abordnung der europäischen Sozialisten sagte, Duterte riskiere das Freihandelsabkommen mit der EU. Für Duterte war es die ganze EU, die ihn verdrängen will.

Das gleiche Spiel mit der UN, Human Right Watch sagte, Duterte riskiere seinen Sitz im UN Menschrechtsrat. Für Duterte war es die ganze UN (mit Ausnahme Chinas, Russlands und der ASEAN Staaten).

Den Vogel hat Duterte allerdings am Freitag abgeschossen, er will die Regierung in eine „revolutionäre Regierung“ umwandeln, was immer das auch heißen mag. Dann will er nach Farben verhaften lassen, erst einmal sind die „Roten“ und die „Gelben“ dran. Mal sehen wie dann seine weitere Farbskala aussieht.

Duterte in dieser Woche Unterhaltungswert: 1+

Redaktion

Print Friendly, PDF & Email
Meister Solar