Der Wochenrückblick

Manila, Philippinen – Nun ist es doch endlich vollbracht, die Stadt Marawi im Süden der Philippinen ist zu (fast) 100 Prozent von den islamistischen Terroristen gesäubert. Nun hört sich „säubern“ nach Ariel oder Omo an, doch dem ist leider nicht so. Es wird Jahre dauern bis Marawi wieder aufgebaut ist, bis die Wunden verheilt sind. Doch nicht einmal die Regierung glaubt, das mit der Befreiung von Marawi der Terrorismus auf den Philippinen beendet ist. Zu viele Gruppen kämpfen um ihre Ziele. Die Maute Gruppe war nur die brutalste und vielleicht auch die am besten finanzierte. Immerhin konnten sie es sich leisten Kämpfer aus dem Ausland zu akquirieren.

Doch solange sich die sozialen und wirtschaftlichen, und auch die kulturellen Bedingungen auf den Philippinen nicht ändern, werden die Konflikte nicht enden. Das wird auch ein Rodrigo Duterte feststellen, wie seine Vorgänger im Amt. Mit Gewalt kann man auf Dauer die Probleme nicht lösen, lediglich unterdrücken.

In dieser Woche haben wir über keinen Fall von Tötungen durch Polizisten berichtet, denn es gab keine. Seit dem Präsident Rodrigo Duterte die Polizei von der Drogenverfolgung abgezogen hat, befindet sich die Behörde in einer „Selbstfindungsphase“. Die Polizei ist noch auf der Suche nach geeigneten Betätigungsfeldern und der Polizeichef hat schon laut über seine Pensionierung nachgedacht.

Dafür kommen aber immer mehr Verbrechen ans Tageslicht, die durch die Polizei in den letzten Monaten verübt worden sind. Wenn das Philippinen Magazin jeden Tag über die Verbrechen berichten würde, die durch Polizisten verübt wurden, bräuchten wir einen Redakteur, nur für dieses Thema.

Polizisten haben unter dem Vorwand des Drogenkrieges erpresst, vergewaltigt, geraubt und gemordet, eigentlich all die Verbrechen, gegen die sie die Bürger schützen soll.

In dieser Woche stand die gesamte Europäische Union auf dem „Schimpfzettel“ von Duterte, das Ergebnis, die Philippinen werden von der EU in Zukunft keine Hilfen mehr annehmen. Jetzt mal ganz ehrlich, wen in der EU interessiert ein pöbelnder Präsident, in einem 10.000 Kilometer entfernten Land?

Nach Aussage des philippinischen Außenministers will man gern weiter Handel treiben, aber keine Hilfeleistungen mehr. Das ist doch das Beste, was sich die EU überhaupt nur wünschen kann. Duterte schädigt nur seine eigene Bevölkerung, wenn Projekte nicht mehr finanziert werden, die den armen Menschen zu Gute kommen.

Redaktion

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