Erschütternder Leserbrief einer philippinischen Mutter.

Mein Name ist Maria (Name von der Redaktion geändert), ich arbeite seit 4 Jahren in Deutschland als Krankenschwester. Ich war glücklich, als ich den Job bekam, ich hatte mir in meiner Heimatstadt Cebu sehr viel Geld geliehen um im Ausland arbeiten zu können. Aber bereits nach einem Jahr  hatte ich alle meine Schulden zurückgezahlt.

Nun wollte ich sparen um mir später in Cebu ein Haus bauen zu können und eine Familie zu gründen, denn in Deutschland wollte ich nie bleiben. Es gefiel mir in Stuttgart, aber ich vermisse meine kleine Tochter und meine Familie.

Doch es kam alles ganz anders. Vor einem Jahr verlobte ich mich mit einem deutschen Arzt, den ich auf einer Weiterbildung kennengelernt habe. Ich bin glücklich mit ihm, aber ich vermisse meine kleine Bea.

Anfangs erzählte ich nichts von meinem Kind, ich hatte Angst dass mein Freund meine Tochter nicht akzeptieren würde, doch eines Tages fragte er mich warum ich 2 Mal im Monat je 250 Euro auf die Philippinen überweise. Da musste ich es ihm erzählen, voller Angst, ihn zu verlieren.

Doch meine Angst war unbegründet, ich zeigt ihm ein Bild meiner Tochter und er mochte sie sofort. Aus Spaß sagte er, er würde sie sofort adoptieren.

Vor 6 Monaten unser erster gemeinsamer Urlaub, ich wollte sehen was meine Eltern mit dem geschickten Geld angefangen hatten, sie wollten damit ein Grundstück in der Nachbarschaft, das ich kaufen wollte, abzahlen. Außerdem, wollte ich Bea nach Stuttgart holen. Mein Verlobter war nicht nur sofort einverstanden gemeinsam auf den Philippinen Urlaub zu machen, er versprach mir auch, mir bei der Bürokratie zu helfen, für Bea ein Visum zu bekommen.

Doch es kam wieder einmal ganz anders. Als wir in meinem Dorf, in der Nähe von Cebu ankamen, merkten wir schnell dass etwas nicht stimmte.

Meine Familie hat nie die monatlichen Raten für das Grundstück bezahlt, es wurde mittlerweile an jemand anderen verkauft. Auf meine Frage wo denn das ganze Geld geblieben ist, kam nur ein Achselzucken, von meinen Eltern und die beiläufige Bemerkung, sie hätten es zum Leben gebraucht und immerhin haben sie sich ja um Bea gekümmert.

Mein Verlobter wurde ganz bleich vor Ärger, doch aus Respekt vor meinen Eltern, haben wir es hingenommen. 3 Jahre harte Arbeit umsonst.

Nun offenbarte ich meinen Eltern, dass wir Bea mit nach Deutschland nehmen wollten und dafür alle Vorbereitungen treffen. Meine Mutter sagte nur, NEIN. Sie haben sich die ganze Zeit um Bea gekümmert und das wollen sie auch weiterhin.

Nun gab es das erste Mal Streit im Haus meiner Eltern, ich bestand darauf Bea mitzunehmen. Mein Vater sagte, wir sollten das Haus verlassen und ich solle jeden Monat weiterzahlen, damit Bea ein gutes Leben hat.

Nun riet mir mein Verlobter einen Anwalt zu beauftragen, da ich ja die rechtmäßige Mutter sei. Am nächsten Tag gingen wir in Cebu zu einem Anwalt und holten uns Rat. Ich erzählte ihm die ganze Geschichte und er gab mir Recht. Doch das sollte mir nicht helfen, wie sich später herausstellen sollte. Der Anwalt versuchte zwischen meinen Eltern und mir zu vermitteln, ohne Ergebnis. Dann wandte er sich an das Sozialamt (DSWD), doch eigenartiger Weise stellte sich das Amt auf die Seite meiner Eltern. Man könne das Mädchen nicht in einen anderen Kulturkreis bringen, das wäre schädlich für die Psyche des Kindes, hieß es zur Begründung. Meine Psyche, allein in einem fremden Land zu arbeiten, ohne meine Tochter interessierte dort niemanden.

Wir flogen 3 Wochen später wieder nach Deutschland, der Anwalt sah nur einen Ausweg, den Weg über ein Gericht. Er sagte aber auch, das kann lange dauern. Und es dauert jetzt schon fast 6 Monate seit dem mein Antrag beim Gericht in Cebu eingereicht wurde.

Name und Email sind der Redaktion bekannt.

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