FiliPa bietet Hilfen für Start ins Leben

Das Engagement des Vereins FiliPa stand im Mittelpunkt eines Vortrags von Anna Hastreiter in Döfering.

Anna Hastreiter stellte gemeinsam mit weiterern Vereinsunterstützern die Arbeit von FiliPa vor.

Anna Hastreiter stellte gemeinsam mit weiterern Vereinsunterstützern die Arbeit von FiliPa vor. Foto: wdr

Manila, Philippinen – Der Döferinger Pfarrgemeinderat lud Freitag ins Döferinger Pfarrheim zum Vortrag über das Engagement des neugegründeten, gemeinnützigen Vereins FiliPa ein. Für einen Vortrag konnte die Vorsitzende des Vereins, Anna Hastreiter, sowie Thomas A. Gruber gewonnen werden. Während wir uns in Deutschland über autonomes Fahren und den Herausforderungen von Industrie 4.0 oder dem demografischer Wandel den Kopf zerbrechen, findet gerade in Mindanao auf den Philippinen eine menschliche Tragödie statt.

22 Millionen Einwohner

Mindanao ist die zweitgrößte Insel der Philippinen und verfügt über 22 Mio. Einwohner, wobei ca. 60 Prozent davon dem katholischen Glauben angehören sowie rund 20 Prozent dem Islamischen Glauben. Die Einwohner kämpfen noch heute mit den Spätfolgen der Kolonialisierung, als es vor allem um die Kontrolle der Bodenschätze ging und die Bevölkerung enteignet wurde. Auch wurde seit 1950 gezielt die Zuwanderung von christlichen Siedlern auf der vormals islamischen Insel gefördert. Zuletzt hatte Präsident Duterte den Rebellen auf Mindanao den Krieg erklärt. Dazu gibt es einen brutalen Anti-Drogen-Krieg, dem schon viele, in oft willkürlichen Aktionen zum Opfer gefallen sind. Ein soziales Sicherungsnetz mit Alters- und Gesundheitsvorsorge sowie freie und kostenlose Bildung oder nicht zuletzt Verhütung sind nicht üblich.

Viele sehen daher in Ihren Kindern ihre Altersversorgung und beuten diese aus, um das Familieneinkommen aufzubessern. Insgesamt wird damit für Kinder ein Teufelskreis in Bewegung gesetzt. Für ein Schulgeld fehlen den Eltern die Mittel und Mädchen werden schon in jungen Jahren zwangsverheiratet. Viele Jungen landen auf der Straße und werden in Folge kriminell und drogenabhängig.

Mit den Folgen dieser Auswirkungen hat sich Anna Hastreiter in mehreren Aufenthalten in Mindanao vertraut gemacht. Viel anschauliches und zum Teil erschütterndes aber auch hoffnungsvolles Bildmaterial hat sie davon mitgebracht.

Hilfe zur Selbsthilfe

Sie war zu Besuch beim Maristen Pater Crispin Betita, der im Jahr 1991 das Marcellin Home, eine Einrichtung für Straßenkinder, gegründet hat, um Kindern, welche mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind zu resozialisieren. Zum Teil geben dort Eltern oder Alleinerziehende ihre Kinder ab, weil sie es nicht schaffen, diese zu ernähren.

Vielmals haben die Kinder auch massive Misshandlungen erlebt. In der Einrichtung versucht man dann den Kindern einen strukturierten Tagesablauf in dem sich jeder nach seinen Möglichkeiten für die Gemeinschaft einsetzen kann, anzubieten.

Die Kinder werden ernährt und haben Zugang zu sauberen Trinkwasser, was keine Selbstverständlichkeit ist. Die Gründer haben vor allem aber auch eines erkannt: Der Ausweg aus dieser Armut kann nur über Bildung gehen. Daher wird gezielt versucht, einen gewissen Stand an Bildung, der dann vielleicht auch in einer Berufsausbildung als Mechaniker, Schweißer oder auch Mauerer mündet, zu vermitteln. Damit steigen die Chancen dieser später einmal ihren Lebensunterhalt eigenständig bestreiten zu können.

Mädchen haben es noch schwerer

Anna Hastreiter hat sich auch mit der Situation von Mädchen befasst. Für die Mädchen ist es noch schwieriger als für Jungen, an Bildung zu kommen. Eine Ausbildung zum Beispiel im medizinischen Bereich als Krankenschwester, Hebamme oder Ärztin ist aufgrund der zu entrichtenden Schulgelder für die Universität der Philippinen, wo die Ausbildung angeboten wird, unerschwinglich. Hier versucht der Verein mit seinen Mitstreitern den jungen Frauen, die Ausbildung zu ermöglichen.

Abschließen kann man sagen, dass der Verein FiliPa sicher erst am Anfang ist. Der eingeschlagene Weg ist vielversprechend und geht in die richtige Richtung. Um das angefangene Werk fortführen zu können, bedarf es aber auch einer soliden Ausstattung mit Spendenmitteln.

Die Spende vom Döferinger Pfarrgemeinderat anlässlich des diesjährigen Fastensuppenessens kann da nur der Tropfen auf dem heißen Stein sein. Daher möchte der Döferinger Pfarrgemeinderat möglichen Spendern den Verein FilaPa ans Herz legen, da dieser Verein sicherstellen kann, dass die Mittel auch bei den Bedürftigen ankommen.

Wie kann man helfen?: Anna Hastreiter hat sich nach mehreren Aufenthalten auf Mindanao mit Gleichgesinnten zusammengeschlossen und den Verein im März 2017 ins Leben gerufen, der bedürftige Kinder und Jugendliche hilft, etwa mit Schulbildung und Ausbildungsförderung. Zur Unterstützung kann man spenden an FiliPa e.V., Sparkasse Cham (BYLADEM1CHM), IBAN: DE67 7425 1020 0052 3399 42 oder Mitglied werden. Es gibt zudem einen Kalender mit Bildern der Philippinen, dessen Erlös den Bedürftigen zu 100 Prozent zugute kommt. Der Kalender ist für 10 Euro erhältlich, in Döfering bei Barbara Zwicknagl unter (09978) 801801 oder in Gleißenberg bei Anna Hastreiter unter (0170) 8368024.

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