Der Erfolg der Glücksspielbranche auf den Philippinen

Wer an die Spielekultur mit Roulette, Poker und Blackjack denkt, hat wahrscheinlich erst einmal die US-amerikanische Metropole Las Vegas im Kopf. Doch in Wirklichkeit gibt es viele andere Locations, die die bekannte Stadt aus Nevada übertrumpfen. Hierzu zählt die ehemalige portugiesische Kolonie Macau, eine kleine Insel nur eine Stunde von Hongkong entfernt, die mit ihren Casinos mittlerweile einen größeren Umsatz macht, als die US-Konkurrenz. Doch ist Macau in Asien bei Weitem nicht der einzige Ort, dessen Casinos an Beliebtheit gewinnen. Die Philippinen erleben einen regelrechten Boom in der Glücksspielindustrie.

Manila Sunset

Quelle: Pixabay

Alleine im zweiten Quartal 2017 hat sich der Bruttoumsatz der Gaming Industrie auf den Philippinen um 15 Prozent erhöht. Damit kommt der Sektor auf mehr als 39 Milliarden Philippinische Pesos (ca. 759 Millionen US-Dollar). Zwischen April und Juni generierten Onlinespiele und Sportwetten alleine über 6 Milliarden Philippinische Pesos (ca. 118 Millionen US-Dollar). Da diese Casinoanbieter durch den staatlichen Konzern PAGCOR (Philippine Amusement and Gaming Corporation) kontrolliert werden, handelt es sich bei allen Umsätzen um Staatseinkünfte. In der dreimonatigen Phase bis Ende Juni konnte dies um 10 Prozent erhöht werden, was die Staatskassen auf mehr als 45 Milliarden PHP (887 Millionen US-Dollar) brachte.

Aber auch im Privatsektor in der Hauptstadt Manila kann man ein rapides Wachstum beobachten, eine Tatsache, die nicht nur für den Spielesektor gilt. Hier finden sich die einzigen vier Resorts, denen der private Casinobetrieb gestattet ist. So betrugen diese im zweiten Quartal 2017 einen Gesamtumsatz von mehr als 28 Milliarden PHP, knappe 26 Prozent mehr als noch zur gleichen Zeit im Vorjahr. Alleine an der Philippinischer Börse konnte in einem Zeitraum von über neun Monaten eine Umsatzsteigerung von über 49 Prozent beobachtet werden im Vergleich zum letzten Jahr.

Die Glücksspielindustrie blüht aber nicht nur auf den Philippinen und in Asien. In Europa herrscht ebenfalls ein großes Wachstum. Immerhin finden sich hier viele beliebte Reiseziele und aufgrund des Touristenstroms ist es nicht verwunderlich, dass man auch hier eine Vielzahl von nicht-staatlichen Casinoanbietern findet. Zusätzlich zu den klassischen Casinos haben sich zudem neue Online-Anbieter in der Branche etabliert und sich bei den Kunden einen Namen gemacht. Dank Live-Streaming kann man de facto selbst dabei sein und muss nicht auf die echte Casinoatmosphäre verzichten. Allgemein wird die Technik immer ausgereifter und neben Casino Apps sind Instant Play Casinos, die keinen Download von Software erfordern, auf dem Vormarsch.

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Quelle: Pixabay

Schon jetzt gibt es alleine in Manila nach Stand vom September 2017 ca. 286 Gaming-Tische, 1605 Spieleautomaten und 176 elektronische Gesellschaftsspiele. Genau hier im Spielesektor möchte man in der „Stadt der Träume“ allerdings noch Ausbauen und Veränderungen vornehmen. Obwohl der staatliche und private Sektor hier Erfolge erzielen, sind die Zahlen der Privatcasinos noch beeindruckender. Das mag ein Grund dafür sein, warum Finanzminister Carlos Dominguez angekündigt hat, 17 staatliche Casinos von PAGCOR zu verkaufen. Der Vorstand des privaten Casinobetreibers Bloomberry hat schon Interesse für einen potenziellen Erwerb getätigt. Es bleibt abzuwarten, wohin der rasante Aufstieg der Spieleindustrie auf den Philippinen führen wird.

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Auswandern auf die Philippinen – Tablas Sunshine Village