Das Think! Game als Schach-Gegenstück

Ein würdiges Spiel auf der Augenhöhe von Schach – gibt es nicht? Gibt es doch! Auf den Philippinen wurde bereits vor vielen Jahrzehnten The Think! Game entwickelt, welches von vielen Schachmeistern in den höchsten Tönen gelobt wurde. Mittlerweile erlangt es weltweite Bekanntheit und das zurecht.

Eine faszinierende Geschichte hinter dem Spiel

Think

Quelle: Twitter

Dass das Think! Game ausgerechnet in der Hochzeit des Schachspiels entwickelt wurde, mag einige überraschen, ist aber folgerichtig. Sobald ein Spiel derart in der öffentlichen Wahrnehmung steht, ist es nicht ungewöhnlich, dass Einzelpersonen oder Gruppen daran arbeiten, dieses noch weiter zu verbessern. Genau so geschah es dann auch auf den Philippinen in den 1970-er Jahren, als sich in Bacolod Reynato Sian nicht dem Schach beugen wollte. Stattdessen dachte er sich, dass mehr möglich sein müsse, noch eine Strategiestufe höher angesetzt werden könne. Sian war der Meinung, dass Schach einiges vermisse, was hinzugefügt werden könne und im Anschluss die Strategien und einige Prinzipien der realen Welt beinhalte.

Heraus kam dabei das Think! Game, in dem laut Erfinder das menschliche Gehirn abgebildet sein soll. Instinkt, Urteilsvermögen, logisches Denken und Weisheit sollen gefordert werden. Das führt dazu, dass das Spiel als Mittel angesehen wird, die Aufnahmebereitschaft beim Lernen zu vergrößern, kritisches Denken zu unterstützen und intellektuelle Entwicklung anzustoßen. Große Gruppen der Spiel-Fans sehen das Think! Game als eine der Antworten auf die schwächelnde Bildungspolitik im asiatischen Inselstaat. Durch die Aufnahme in das Curriculum des Bildungsministerium ließe sich das Spiel an Hochschul-Studenten vermitteln, wie es im Fall Schach bereits in den USA, Australien oder Russland der Fall ist. Endlich, rund 40 Jahre nach der erstmaligen Kreation, findet das Spiel vor allem durch die Arbeit von Sians Schwiegersohn Jeffrey Sy die Anerkennung und öffentliche Wahrnehmung, die Sian vor Jahrzehnten noch nicht vergönnt war.

Das Spielprinzip ähnelt Schach sehr

Spieler

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Wie Schach handelt es sich beim Think! Game also um ein wertvolles Spiel, welches die logischen, analytischen und kritischen Fähigkeiten des Spielers anspricht. Hinsichtlich der ambitionierten Ziele, inklusive Aufnahme in den nationalen Bildungsprogrammen, sorgt die Gruppe der Unterstützer momentan vor allem noch dafür, eine größere Bekanntheit des Spiels und seiner Prinzipien zu gewährleisten. Somit wird auch außerhalb der Stadt Bacolod mittlerweile das Spiel vorgestellt und vor allem abseits der Schulen und Universitäten nach finanzieller Unterstützung durch Investoren gesucht sowie bei Politikern um Beliebtheit geworben. Letztere sollen vor allem auf den potentiellen positiven Einfluss des Spiels auf die Gesellschaftsstruktur der Philippinen hingewiesen werden.

Nach all den wichtigen Möglichkeiten zum Wachstum der Popularitätszahlen des Spiels fragt man sich nun zurecht, wie das Think! Game eigentlich abläuft. Ein Blick auf das Feld verrät uns darüber bereits einiges. Der Spieler findet ein Hexagon mit 61 abermaligen kleinen Hexagons vor. Diese wurden nach den wichtigsten Fähigkeiten der Menschen benannt, also zum Beispiel Instinkt, Vernunft, Urteil, Weisheit sowie Geist. Beide Gegenspieler erhalten nun jeweils 19 Spielsteine, die in vorgegebener Art und Weise aufgestellt werden und über das Spielfeld bewegt werden können. Hier kommt die Ähnlichkeit zum Schach wieder einmal klar zum Vorschein. Im Gegensatz zu letzterem werden jedem einzelnen Spielstein allerdings der Realität entsprechende Stärken und Schwächen zugeordnet, welche entsprechenden Einfluss auf den Spielverlauf besitzen. Durch den anderen Spielfeldaufbau und die größere Varianz in der Spielfigur-Kreation bieten sich dem Spieler am Ende des Tages noch mehr strategische Möglichkeiten und taktische Spielformen. Diverse bekannte Schachmeister haben das Think! Game als würdige Alternative zu ihrem Spiel ausgezeichnet und es zum Teil sogar als noch herausfordernder abgestempelt.

Der Reiz klassischer Brett- und Kartenspiele

Kartenspiel

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Seit jeher üben Brett- und Kartenspiele einen großen Reiz auf die Menschen aus. Bei vielen Familien-Zusammenkünften kommt erst einmal ein Kartenspiel auf den Tisch, in den Metropolen der Welt finden sich stets Trickspieler an den Straßenecken und selbst das Internet ist mittlerweile ein Ort, der all dies verlässlich abdeckt. Insbesondere Spiele wie Poker oder Blackjack sind dort allgegenwärtig und ziehen sowohl die gewinnorientierten Spieler als auch diejenigen auf der Suche nach einer Runde Spaß an. Auch im Blackjack ist das strategische Denken der entscheidende Faktor für Erfolg oder Misserfolg. Selbst wenn das Spielprinzip, das Erreichen von 21 Punkten, denkbar einfach gestaltet ist, so gibt es doch gleich vier Grundstrategien, die entsprechend den eigenen Vorlieben von den Spielern angepasst werden können. Diese Strategien sind Surrender-, Splitting-, „Hit and stand“- sowie „Double Down“-Strategie. Jede von ihnen hat einen unterschiedlichen Einfluss auf die zu spielende Hand und den Fortlauf des Spiels. Tatsächlich existiert nicht nur eine einzelne Blackjack-Variante, sondern wie im Poker mehrere verschiedene.

Die Erhöhung der eigenen Intelligenz, Entscheidungsfindung und Urteilsvermögen ist insofern nachvollziehbar, als dass der Spieler in allen dieser Spiele meist bereits so viele Schritte wie möglich im Voraus denken und analysieren muss. Kreativität, Vorstellungskraft sowie oft auch die Sozialkompetenz werden gefördert, sollte es sich um ein Spiel handeln, das mit anderen gespielt wird. Dies ist bei den meisten Karten- sowie Brettspielen letzten Endes der Fall. Das Gehirn eines Menschen erhält durch das Spielen alles, was es gerne hat und benötigt: Lernen durch das Adaptieren an neue Spielregeln, eine intellektuelle Herausforderung, kreatives Denken und bedeutsamer sozialer Kontakt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Brett- und Kartenspiele noch immer eine hohe Beliebtheit aufweisen können und somit nach wie vor von hoher sozialer Bedeutung sind. Das Think! Game ist nur eines von vielen Spielen, bei denen der Mensch im Hinblick auf Unterhaltung, aber auch Gehirntraining punkten kann. Unterstrichen wird dies nicht zuletzt durch die vielen positiven Kommentare aus der Schach-Szene.

Redaktion

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