Philippinen – Hilfe für Kinder in Not

Paul ist eines von vielen vernachlässigten Kindern

Paul ist eines von vielen vernachlässigten Kindern auf den Philippinen, die aus Platznot im Jugendgefängnis aufwachsen müssen .

Manila, Philippinen – Die ehemaligen Ludwigsstädter Doreen und Andreas Zuberbühler leben seit mehr als zehn Jahren mit ihren drei Kindern in Manila auf den Philippinen, um dort anderen Menschen zu helfen. In diesem Jahr haben sie einen eigenen Verein („Timothy Project“) gegründet und dabei das Kinderheim „Lighthouse“eröffnet. Sie wollen vernachlässigten Kindern damit ein Zuhause und Schutz bieten. Auch Niklas Schmidt aus Ludwigsstadt hat sich dem Verein angeschlossen. Betreut werden sie dabei vom Ludwigsstädter Eduard Riepl, der Mitarbeiter bei der Hilfsorganisation Globe Mission ist.

Vereinsgründung

„Angefangen hat alles mit einem Bild von dem dreijährigen Paul“, erklärt die Vereinsgründerin. „Wir haben erfahren, dass er in einem Gefängnis für jugendliche Straftäter untergebracht war.“ Seine Mutter hat ihn kurz nach der Geburt verlassen, der Vater wurde verhaftet. In der gesamten Region gibt es kein einziges Kinderheim, daher werden verlassene Babys und Kinder in Jugendgefängnissen untergebracht. Ihr Mann besuchte dieses kurz darauf und stellte mit Entsetzen fest , dass der Junge in einer kleinen Hütte mit den Sträflingen eingesperrt war. „Es gab keine liebevolle Betreuung, Spielsache oder Kinder in seinem Alter“, schildert er.

Als wenig später ein Neugeborenes in einem Straßengraben gefunden wurde, war dem Ehepaar klar, „dass wir diesen Kindern ein Zuhause geben müssen“. „Kleine Kinder sollten nicht in einem Gefängnis oder auf der Straße aufwachsen müssen“, fügt Andreas Zuberbühler hinzu. Und so gründeten sie den Verein „Timothy Project“ und im September das „Lighthouse“ in Mindanao. Dieses ist „ein sicheres Zuhause für Waisen und Kinder, die Gefahren wie Kinderhandel und Missbrauch ausgesetzt sind.“ Derzeit werden sechs Kinder von vier Hausmüttern betreut. Die Kinder sollen an diesem „Ort der Geborgenheit“ aufwachsen und in Adoptions- oder Pflegefamilien vermittelt werden.

Leben ohne Gehalt

Das „Timothy Project“ ist eines von vielen Projekten der Zuberbühlers. „Bevor wir unseren eigenen Verein gegründet haben, arbeiteten wir bei anderen Organisationen mit“, erzählt Andreas Zuberbühler. Vor der Auswanderung haben sie Projekte in Berlin begleitet, mittlerweile haben sie schon sehr viel Erfahrung gesammelt. Vor einigen Jahren stellten sie daher auch bei einem Vortrag ihre Arbeiten auf den Philippinen vor.

Niklas Schmidt besuchte diesen Vortrag und entschloss sich, ebenfalls mitzuwirken. Bei seinem zweiten Kurzeinsatz auf den Philippinen entschied er sich, „für ein paar Jahre hier zu bleiben und zu helfen“. Darum hat sich der 26-Jährige dem Verein angeschlossen und wohnt seit Oktober bei Familie Zuberbühler. „Momentan erstelle ich verschiedene Kurzfilme über Hilfsorganisationen und Projekte wie für das Lighthouse“, berichtet er. Gehalt erhalten sie für ihre Arbeiten nicht. Doreen Zuberbühler ergänzt: „Wir finanzieren uns ausschließlich über Spenden.“

Spendenaktion

„Wir tun unser Bestes, aber brauchen Hilfe“, gesteht die Vereinsgründerin. Daher eröffnen auch die Angehörige und Freunde am 16. Dezember einen Weihnachtsstand vor dem Ludwigsstädter Steakhaus. „Meine Mutter wird dort all ihre selbst gemachten Handarbeiten, Marmeladen und Plätzchen verkaufen“, erzählt Niklas Schmidt. Auch Dekoartikel und Bücher werden verkauft. „Es lohnt sich auf jeden Fall vorbei zu schauen“, fügt er hinzu.

Eduard Riepl versichert, dass die Einnahmen dabei „zu 100 Prozent in die Projekte und Mitarbeiter fließen“. Der Stand soll aber nicht nur viel Spendengeld einbringen. Allein „die Präsenz auf dem Weihnachtsmarkt soll helfen, den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus zu erweitern“. Und auch wenn man es sich als Weihnachtsmarktbesucher nur schwer vorstellen kann, so ist jeder noch so kleine Kauf wichtig. Die Vereinsgründerin macht deutlich: „Das Leben von Kindern auf den Philippinen hängt davon ab.“

Quelle

Print Friendly, PDF & Email