Blutige Jahresbilanz – Jeden Tag sterben 32 Menschen in Dutertes Anti-Drogen-Krieg

Mit seiner Ankündigung eines „Krieges gegen Drogen“ gewann Rodrigo Duterte 2016 die philippinische Präsidentschaftwahl. Inzwischen sind diesem international stark kritisierten Krieg 16.000 Menschen zum Opfer gefallen, wie die Regierung am Dienstag vermeldete.

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Manila, Philippinen – Die Regierung des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte hat Zahlen zu dessen „Krieg gegen Drogen“ veröffentlicht.

Seit dem 1. Juli 2016, dem Beginn der Amtszeit Dutertes, seien im Anti-Drogenkrieg insgesamt 16.355 Menschen ums Leben gekommen, hieß es in der am Dienstag veröffentlichten „Jahresbilanz“ der Regierung Duterte. Mehr als 3.900 Menschen seien bei insgesamt 79.000 Razzien der Polizei erschossen worden. In den übrigen 12.388 ungeklärten Morden seien Ermittlungen eingeleitet worden.

„Außergerichtliche Tötungen“ durch Todesschwadronen

Mit der Bekämpfung von Drogen und Kriminalität seien „Schlüsselelemente“ der Politik Dutertes zur Sicherstellung von „Gesetz und Ordnung, dauerhaftem Frieden und Wohlstand für alle“ erreicht worden, hieß es in dem 63 Seiten umfassenden Dokument.

Nach Ansicht von Kirchen und Menschenrechtsorganisationen gehen die offiziell „außergerichtliche Tötungen“ genannten Morde auf das Konto von Todesschwadronen. Mit dem Versprechen des „Krieges gegen Drogen“ hatte Duterte im Frühjahr 2016 den Präsidentschaftswahlkampf mit deutlicher Mehrheit gewonnen.

Mehrheit der Opfer arm

Die Mehrheit der Opfer im Anti-Drogenkrieg gehört zu den armen Schichten der Bevölkerung, wie Dokumente der katholischen Kirche der Philippinen sowie von Menschenrechtsorganisationen belegen. Dutertes Kurs sorgt immer wieder für Kritik aus dem Ausland.

Das reiche und berühmte Personen in der Regel verschont werden zeigt der Fall Mark Anthony Fernandez, der im Dezember 2016 mit einem Kilogramm Marihuana erwischt wurde. Fernandez wurde am 22. Dezember 2017, nach nur einem Jahr Untersuchungshaft entlassen.

Pünktlich zu Weihnachten – Mark Anthony Fernandez aus dem Gefängnis entlassen

Menschenrechtsorganisationen weltweit werfen ihm vor, Drogendealer und -konsumenten ohne Prozess ermorden zu lassen.

Dutertes Sohn nach Drogenvorwürfen zurückgetreten

Nach Vorwürfen des Drogenschmuggels ist ebenfalls am Dienstag zudem Dutertes ältester Sohn Paolo von seinem Amt als Vize-Bürgermeister von Davao zurückgetreten. Er begründete seine Entscheidung in einer Erklärung mit „unglücklichen Ereignissen in seinem Privatleben“ und durch die Drogenschmuggel-Vorwürfe.

Redaktion

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