Schenken macht Schule

Traditionell kommt der Erlös des Weihnachtsbasars am FWG der Mangyanen- Mission auf den Philippinen zugute. Dieses Mal wird man aber auch noch selbst mit einem Präsent überrascht.

flohmarkt_gymnasium

Dicht bevölkert waren die Stände des diesjährigen Weihnachtsbasars des Frankenwald-Gymnasiums. Das galt auch für den Spielzeug-Flohmarkt der fünften Klassen.

Manila, Philippinen – Der Weihnachtsbasar des Frankenwald-Gymnasiums wenige Tage vor den Ferien gehört seit über 35 Jahren so fest zum Veranstaltungskalender des FWG wie die Zeugnisausgabe am Ende des Schuljahres. Demnach war das Gedränge groß, als sich auch in diesem Jahr die gesamte Schulfamilie sowie Freunde und Verwandte der Schülerinnen und Schüler im Schulgebäude versammelten, um die Attraktionen und kulinarischen Angebote der jeweiligen Klassen zu genießen, angefangen beim Schulcafé im ersten Obergeschoss über den Wiener-Verkauf bis zum Plätzchen aus „Roegners Backstube“ in der Pausenhalle. Wie jedes Jahr war das Schulcafé dabei besonders beliebt unter ehemaligen Schülern und Lehrern, die mit ihrer alten Wirkungsstätte in Kontakt bleiben wollen. Für die musikalische Untermalung sorgte somit unter anderem der ehemalige Chemielehrer Peter Neukam am Klavier.

An anderen Ständen konnten die Besucher noch letzte Weihnachtskarten und Geschenke kaufen – oder ihr Glück bei der Tombola versuchen. Wem es zu weihnachtlich wurde, fand wie jedes Jahr etwas abseits musikalische Darbietungen von der Schülerband, die unter der Leitung von Oberstudienrätin Ute Walter rockige Stücke präsentierten. Wer eher technisch interessiert war, konnte, am besten mit einem Plätzchen im Mund, im Keller die Arbeiten aus dem P-Seminar „MINT-Projekte“ unter der Leitung von Studienrätin Doreen Scheler-Eckstein begutachten – vom selbstfahrenden Staubsauger bis zum High-Tech-Bollerwagen.

Dass der Weihnachtsbasar des FWG seit jeher einen karitativen Zweck verfolgt, rief die Klasse +9b den Besuchern ins Gedächtnis. Dazu hatten die Schüler einen eigenen Ausstellungsraum gestaltet, der in die Welt der Mangyanen auf den Philippinen entführte. Dazu zeigten sie beispielsweise einen Film über die dortige „Mangyanen-Mission“ der Steyler Mission, an die das Frankenwald den Erlös des Weihnachtsbasars seit 37 Jahren spendet. So sammelten sich im Laufe der Jahre über 165 000 Euro an, die vor allem für eine Schule der Ureinwohner verwendet wurden. Am Ende des Tages zeigte sich Oberstudienrat Norbert Haas, der auch in diesem Jahr für den reibungslosen Ablauf des Weihnachtsbasars verantwortlich war, hoch zufrieden mit dem Erlös der Veranstaltung: „Wir dürfen auch in diesem Jahr wieder 5000 Euro an die Steyler Mission um Pater Ewald Dinter überweisen und damit sicher sein, dass die schulische Bildung der Mangyanen weitergehen kann“, so Haas.

Doch damit nicht genug: Nicht nur die Mangyanen, sondern auch das FWG zählte an diesem Tag zu den „Beschenkten“. Denn den Rahmen des Weihnachtsbasars nutzte auch eine dreiköpfige Delegation des Abiturjahrgangs 2017 dazu, der Schule für die jahrelange Begleitung auf dem Weg zum erfolgreichen Abitur zu danken. „Wir möchten uns dafür bedanken, dass das FWG immer ein offenes Ohr für uns hatte und uns so das Abitur erst ermöglicht hat“, erklärte Victoria Tauber und überreichte an Schulleiter Harald Weichert eine Geldtasche mit 1000 Euro. „Dabei handelt es sich um einen Teil des Überschusses, den wir im Vorfeld der Abiturfeier erwirtschaftet hatten“, so Sophia Recksik.

„Das fühlt sich an wie Weihnachten“, bedankte sich der sichtlich überraschte Harald Weichert bei den ehemaligen Schülerinnen: „Ihr macht damit ja auch deutlich, wie eng eure Beziehung zum FWG gewesen ist und dass diese Beziehung noch immer Bestand hat“, so Weichert, der versicherte, dass der Geldbetrag einem sinnvollen, schulinternen Zweck zugeführt werden würde.

Die Mangyanen

Die Mangyanen leben in sieben verschiedenen Volksstämmen auf Mindoro, einer Insel der Philippinen. Die Mangyanen lebten schon dort, als spanische Seefahrer sie vor rund 450 Jahren entdeckten und für Spanien in Besitz nahmen. Die Mangyanen sind sehr friedliche Leute. Darum zogen sie sich in den Urwald und die Berge zurück, als die Eroberer kamen. Man schätzt, dass es heute nur noch rund 100 000 Mangyanen auf Mindoro gibt. Der Steyler Missionar Ewald Dinter, 1937 in Schlesien geboren, lebt seit 1969 auf den Philippinen. Mitte der 1980er Jahre ließ er sich auf Mindoro nieder und erwarb nach und nach das Vertrauen der Mangyanen. Für seinen beispiellosen Einsatz bekam er Anfang des Jahres das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Quelle

Print Friendly, PDF & Email