Update: Kostheimer Evangelische Michaelsgemeinde engagiert sich für erkrankte Frau von den Philippinen

Kostheimer Evangelische Michaelsgemeinde engagiert sich für erkrankte Frau von den Philippinen

Kostheimer Evangelische Michaelsgemeinde engagiert sich für erkrankte Frau von den Philippinen

Umgerechnet zwei Euro am Tag verdient Alfie Nale für sich, seine drei und fünf Jahre alten Kinder und seine Frau Jecylene auf den Philippinen. Zeit zum Arbeiten hat er kaum. Im Dezember 2014 verlor die 32-jährige Jecylene nach einer arteriellen Verschlusskrankheit alle vier Extremitäten. Seitdem meistert sie ihren Alltag ohne Arme und Beine, benötigt aber umfassende Unterstützung von ihrem Mann. Die Kostheimer Michaelsgemeinde, Mainzer Pedrozo-Hilfe und Orthopädietechniker Mike Unmacht wollen mit gespendeten Prothesen helfen.

Kostheimer Evangelische Michaelsgemeinde engagiert sich für erkrankte Frau von den Philippinen

Seit Mai sammelt die evangelische Michaelsgemeinde Spenden, um Jecylene ein Leben mit Prothesen zu ermöglichen. Einige Großbeträge trieben die Gesamtsumme schnell in die Höhe. Seit Anfang Dezember ist es ruhiger geworden auf dem Spendenkonto, erzählt Mike Unmacht. Zwischen 10 000 und 15 000 Euro benötigt die Gemeinde, um Jecylene mit Prothesen versorgen zu können. Aktuell beläuft sich der Spendenstand auf 9500 Euro. Neben der Michaelsgemeinde unterstützen inzwischen auch weitere Wiesbadener Kirchen das Projekt mit ihren Kollekten.

„Bei 10 000 Euro können wir gerade so eine Minimalversorgung leisten“, erklärt Mike Unmacht seine Sorgen. Dies würde zwei kosmetische Hände für Jecylene bedeuten, die im Alltag gegen aufsetzbare Werkzeuge wie Gabel, Messer oder eine Halterung zum Festhalten von Dingen getauscht werden könnten. Mike Unmacht wünscht sich mehr. Mit knapp 15 000 Euro könne eine kosmetische Hand gegen eine elektrische ausgetauscht werden. „Damit würde sie endlich wieder ihre persönliche Autonomie ein Stück weit zurückgewinnen“, erzählt der Orthopädietechniker. Dazu werden zwei Elektroden auf die Muskeln knapp unterhalb des Ellenbogens geklemmt, die für das Öffnen und Schließen der Hand zuständig sind. Wird der obere Muskel angespannt, öffnet sich die Hand und schließt sich, wenn der untere Muskel beansprucht wird.

Training des Körpergefühls wie auf einem Wackelbrett

Konkreter sind die Planungen der Beinprothesen. Zwei verschiedene Kniegelenke konnte Mike Unmacht organisieren, die darauf warten, von Jecylene ausprobiert zu werden. Zur Auswahl stehen ein sportlich-dynamisches Modell sowie ein größeres, das Unebenheiten auf dem Boden besser abfedert. Doch bevor die Gelenke zum Einsatz kommen, muss Jecylene das Laufen erst wieder erlernen. Auf etwa 20 Zentimeter breiten Holzkufen soll sie ihre ersten Schritte wagen. An jeder Holzkufe ist ein Schaft angebracht, in den Jecylene mit ihren Stümpfen einsteigen kann. Wie auf einem Wackelbrett werde so das Körpergefühl trainiert, erklärt Mike Unmacht. Eine Woche veranschlagt er dafür. Danach soll Jecylene schrittweise mit den Prothesen höher wachsen.

Bevor die Spendensumme nicht erreicht ist, kann Mike Unmacht nicht weiterplanen. Auch die Bürgschaft von 20 000 Euro, die bei der Beantragung eines Visums hinterlegt werden müsse, sei noch ungeklärt. Mike Unmacht gibt die Hoffnung nicht auf: „Wenn wir es schaffen, dass sie im Mai hier sein kann, wäre ich sehr froh“, korrigierte er seine ursprünglichen Pläne, die eine Behandlung im Januar beinhalteten.

Am 28. Dezember ist Familie Pedrozo, die auf Jecylenes Schicksal aufmerksam machte, auf die Philippinen geflogen, um Jecylene von den Vorgängen in Kostheim zu berichten. Noch ahnt sie nicht, welche Ausmaße die Hilfsbereitschaft in Wiesbaden für sie angenommen hat…

Quelle

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