Roland Hanewald – Weltweit auf der Suche nach Geschichten

Im Schnitt die Hälfte des Jahres ist Roland Hanewald mit seiner Frau unterwegs in der Welt. Dort sucht er gute Themen für Reportagen.

Roland Hanewald
Manila, Philippinen – Von Neuenburg aus hinaus in die Welt: Roland Hanewald, 75 Jahre alt, ist Reisejournalist und verdient damit seit 30 Jahren seinen Lebensunterhalt. 120 Bücher und mehr als 1600 Fotoreportagen gehen mittlerweile auf sein Konto. Die Reportagen sind allesamt abgeheftet und füllen einen ganzen Schrank.

Das Reisen gehörte für Roland Hanewald schon immer zum Beruf. Aufgewachsen in Brake besuchte er die Seefahrtschule und war fortan auf den Meeren unterwegs. „Ein Kindheitstraum waren immer die Philippinen“, sagt er. Da blieb er schließlich auch hängen – ganze 25 Jahre. In dem Land lernte er seine Frau Florenia kennen.

Dort verdingte er sich nicht nur als Journalist, sondern ging auch ganz anderen Tätigkeiten nach. Beispielsweise organisierte er Marlboro-Abenteuerreisen. „Von meinen Geschäftspartnern hat aber nie einer geraucht“, sagt Roland Hanewald. Solche Abenteuerreisen und Survival-Dinge waren seine Spezialität. „Wir haben echte Wahnsinnssachen gemacht, sind 52 Tage lang zu Fuß durch den Dschungel gegangen. Wir kennen uns gut aus in der Pflanzenwelt.“

Als Kenner des Landes wurde er auch angeheuert, um verschollene Touristen ausfindig zu machen. „Meistens waren das irgendwelche Unglücksfälle“, sagt er. Beispielsweise ein junger Reisender aus der Schweiz, der in einen Vulkan gestürzt war oder eine Gruppe Touristen, die mit einem Ausflugsboot in einen Sturm geriet und nicht wiederkehrte. Dahinter zu kommen, was aus den Menschen geworden war, erforderte akribische Detektivarbeit.

1992 ging es allerdings zurück nach Deutschland. Jetzt geht es von hier aus auf Reisen. Im Schnitt sechs Monate im Jahr ist Roland Hanewald unterwegs. Wer so selten zu Hause ist, braucht auch keinen Fernseher. Von Smartphones hält Roland Hanewald auch nicht viel. Er ist lieber selbst „smart“.

150 Länder hat er zusammen mit seiner Frau schon besucht. Die ist auch auf zahlreichen Bildern zu sehen, die Roland Hanewald für seine Reportagen geschossen hat. Mit ihrem roten Schirm sorgt sie auf den Fotos für einen kleinen Farbtupfer. Ein Magazin machte das sogar einmal zum Thema und druckte gleich eine ganze Reihe Bilder mit Florenia Hanewald und ihrem roten Schirm.

Aber worüber schreibt Roland Hanewald eigentlich, wenn er unterwegs ist? Eins steht für ihn fest: „Für das reine ,Destination-Writing‘ gibt es heute kaum noch Abnehmer.“ Soll heißen: Irgendwo Urlaub machen und über seine Erlebnisse schreiben reicht nicht. Das Geheimnis lautet „Special Interest“. Dann geht es in den Artikeln um eine kleine Werft, die historische Segelschiffe nachbaut oder um die Spuren, die ein Meteorit in einer spanischen Bucht hinterlassen hat. Allein von seiner letzten Spanienreise kam Roland Hanewald mit gut 30 solcher Geschichten wieder. Die findet er außerhalb der ausgelatschten Touristenpfade.

Hilfreich sind dabei auch Sprachkenntnisse in der jeweiligen Landessprache, wenigstens, um sich soweit verständigen zu können, um von A nach B zu kommen. Roland Hanewald beherrscht mittlerweile zwölf Sprachen fließend – darunter auch Exoten wie Kisuaheli und Indonesisch – was sich auch als ungemein hilfreich für seine Arbeit herausgestellt hat.

Als erfahrener Reisender kann er natürlich auch ein paar Tipps geben. Wer etwa ins Ausland geht und fürchtet, von jemandem angegriffen zu werden, sollte immer einen Kamm griffbereit haben. „Wenn man den seinem Angreifer unter der Nase entlang zieht, bereitet ihm das unerträgliche Schmerzen“, sagt Roland Hanewald. Er selbst habe davon aber noch keinen Gebrauch machen müssen. Auch sollte man gerade in arabischen Ländern immer erst nachfragen, wenn man jemanden fotografieren möchte. Eine ganze Reihe Tipps hat er in seinem Buch „Wahre Welt statt Ware Welt“ zusammengefasst. Außerdem brachte er einen Leitfaden extra für Tropenreisende heraus.

Neuerdings versucht Roland Hanewald sich auch als Romanautor. Sein Buch „Oma Ette sucht einen Mann – Denn Alter schützt vor Liebe nicht“ laufe ganz gut. So gut sogar, dass er den Nachfolgeroman „Oma Ette im Eheglück“ schon in Angriff genommen hat.


Seit kurzem schreibt der Autor exklusiv für das Philippinen Magazin. Bisher veröffentlichten wir eine Reihe von Reiseberichten über die Philippinen, und unsere Leser dürfen sich auf viele weitere freuen.
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