Pretty Panglao

Da kann einen schon mal das Fernweh packen . . .

Wer in der Unterwasserwelt nur das Beste zu schätzen weiß, für den ist der Name Panglao keine unbekannte Größe. Nicht nur weist diese Bohol vorgelagerte Insel in ihrer Umgebung einige der prächtigsten Tauchgründe des pazifischen Raums auf.

Sie ist auch ohne große Umstände erreichbar, wofür sie sich schon mal einen Stern anrechnen darf. Aus dem Ausland einfliegende Passagiere können nämlich einen großen Bogen um Manila machen und auf der Direttissima Cebu ansteuern, wo alles eine Menge stressfreier ist. Von dort geht’s per Fähre nach Tagbilaran, der Hauptstadt von Bohol, mit der Panglao direkt über eine Brücke verbunden ist. Die Resorts, eine Menge von ihnen, befinden sich im Südwesten des Eilands, und wer Wert darauf legt, auf Deutsch zu kommunizieren, kann das in vielfacher Ausfertigung haben. Traveller mit schmalem Budget schlüpfen am Besten in „Steffi’s Place“ unter, eine Backpacker-Herberge mit fünf Sternen im Netz (die Konkurrenez auf Panglao teilt liebevoll nur einen zu) und superniedrigen Preisen. Das üppige Frühstück allein würde anderswo mehr als die Übernachtung kosten. Stephanie ist vielsprachig mit Einschluss von passablem Deutsch.

Der Alona-Strand, an den die meisten Resorts grenzen, trägt schon zu den ersten Freuden bei, denn er ist feinsandig-weiß und die See blau und durchsichtig. Doch Panglaos wahre Highlights warten weiter draußen. Ganz oben im Katalog steht das Inselchen Balicasag, zur Gänze unter Naturschutz. Das Eiland umgibt ein Ring von Bojen, an denen die Tauchboote festmachen, statt ihren Anker zerstörerisch fallen zu lassen. Die Taucher lassen sich entlang eines steil abfallenden Korallenriffs in die Tiefe sinken, die im Endeffekt über 100 Meter erreicht. Es handelt sich um einen dicken Felshöcker, auf dem die Insel sitzt und der dermaßen von Leben wimmelt, dass die Taucher bei Wiedereintritt in die irdische Atmosphäre vor begeisterten Ausrufen nahezu explodieren: „Habt ihr das und das gesehen?!“ Einer versucht den anderen zu übertreffen. Und mit gutem Recht. Nicht nur finden sich in der Tiefe einige der seltensten marinen Faunen der Welt, sondern auch, dicht an der Oberfläche, Riesenschwärme von Mantas, die manchmal die Sicht verdunkeln, so viele sind es. Dazu gesellen sich ganze Scharen anderer Großfische.

Wer würde in diesen Bereichen einen „Schwarzwald“ vermuten? Und doch gibt es einen, ein flächiges Areal großformatiger Seefarne und Weichkorallen, auf zehn Metern beginnend und in allen Farben bis Schwarz — Paradies für Fotografen! Und nicht nur im Schwarzwald. Das ganze Umfeld von Balicasag strotzt vor Motiven, weshalb es keinem Froschmenschen in den Sinn kommen würde, auf einen zweiten Tauchgang zu verzichten. Ein weiteres Inselchen namens Pamilacan übertrifft wegen seiner relativen Abgelegenheit Balicasag noch an Artenreichtum. Vor allem große Schildkröten sind dort häufig, und sogar noch mehr Mantas gibt es dort. Taucher kehren glanzäugig von Pamilacan zurück. Überhaupt: Wer einmal auf Panglao und dessen Ablegern gewesen ist, kommt garantiert wieder, Jahr für Jahr. Vielleicht liegt’s an den Wassertemperaturen: 28-29° C um die Jahresmitte und nur 1-2 Grad kühler im „Winter“.

Text von Roland Hanewald, Fotos Roland Hanewald und Uwe Jacobs

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