Drogen auf den Philippinen – ganz legal

alprazolam

Manila, Philippinen – Warum sich für ein paar Gramm erschießen lassen, wenn man ganz legal verschreibungspflichtige Medikamente auf Rezept beziehen kann?

Natürlich gilt das nicht für einen Tryke-Fahrer, der 12 und mehr Stunden arbeiten muss, um seine Familie Tag für Tag über die Runden zu bringen.

Aber wer es sich leisten kann, der kommt ohne Probleme an Medikamente, die ein genauso hohes Suchtpotenzial haben, wie Shabu. Und nicht nur eine Tagesdosis, gleich für einen ganzen Monat, so einfach wie ein Marktbesuch.

Das Philippinen Magazin bekam ein Tipp von einem abhängigen Schweizer und recherchierte. Was wir während unserer Recherche erlebten, hätten wir zu Beginn nicht gedacht.

Alles was man benötigt ist ein Arzt seines „Vertrauens“ und Geld. Und so läuft es ab. Der Arzt muss eine Lizenz zum Verschreiben von Medikamenten haben, die unter das Drogengesetz fallen. Diese Lizenz haben sehr viele Ärzte, unabhängig von ihrer Fachrichtung. Uns wurde das Medikament Alprazolam von Allgemeinärzten, Neurologen, Kardiologen und HNO-Ärzten verschrieben.

Die Ärzte wollten weder einen Ausweis noch einen Befund sehen, selbst eine Befragung oder die Erstellung eines eigenen Befundes (Konsultation) war nicht nötig. Die Rezeptgebühr lag jeweils zwischen 600 und 800 Peso für eine Monatspackung (30 Tabletten). Allerdings konnte man mit entsprechendem Aufschlag gleich 2 oder 3 Rezepte bekommen, mit dem Hinweis diese nicht am gleichen Tag, in der gleichen Apotheke einzulösen.

Das Gute, die Rezeptgebühr war für alle Dosierungen gleich, wichtig für schwer Süchtige oder Sparfüchse.

Jetzt stand nur noch der Weg zur Apotheke an, hier gab es zwar kleinere Hürden zu nehmen, die aber kaum Kopfzerbrechen auslösten.

Benzodiazepine, zu denen auch Alprazolam gehört, fallen auf den Philippinen unter das Drogengesetz. Bei der Einlösung muss ein gültiger Ausweis vorgelegt werden. Da es auf dem Inselstaat keinen einheitlichen Ausweis, wie in Deutschland gibt, kursieren eine Vielzahl von ID`s im Land, die alle anerkannt werden. Dazu gehören unter anderem der Führerschein, Studentenausweise, Werksausweise, Ausweise der Kranken- und Rentenversicherung, und sogar die ID der philippinischen Post.

Nun hat man gleich 2 Möglichkeiten, man geht mit seiner gültigen (echten) ID in die Apotheke und erhält sein Medikament oder der „Kunde“ lässt sich im Vorfeld für ein paar Peso eine Handvoll ID`s herstellen. Beides ist ungefährlich.

Eine Packung (30 Tabletten) Alprazolam 0,5 Milligramm kostet etwa 20 Euro, das ist der Preis für den Einsteiger. Stark Medikamentenabhängige oder Drogenkranke benötigen jedoch am Tag bis zu 3 Milligramm.

Also nichts für den Tryke-Fahrer, der seine Familie ernähren muss, aber das Risiko verhaftet oder erschossen zu werden ist gleich Null.

Redaktion

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