Mehr als drei Jahre Haft für Besitz von Kinderpornos

  • Drei Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe
  • 7.000 Bilder und über 500 Videos auf dem Rechner
  • Täter nannte sich im Darknet „Babyhunter“

Gerichtssaal im Obergericht Zug

Manila, Philippinen – Das Amtsgericht in Meschede hat am Donnerstag (02.02.2018) einen 60-jährigen Mann zu mehr als drei Monaten Haft verurteilt: Er hatte Fotos und Videos mit Kinderpornographie auf seinem Computer.

Der Angeklagte aus Eslohe hatte im Prozess vor dem Amtsgericht in Meschede die Taten eingeräumt. Polizisten hatten über 7.000 Bilder und über 500 kinderpornographische Videos auf seinem Rechner gefunden.

Sie zeigten Babys und Kleinkinder, die vergewaltigt, gefoltert und verstümmelt wurden. Das Amtsgericht Meschede verurteilte ihn zu drei Jahren und drei Monaten Haft.

Hohes Strafmaß

Das Strafmaß ist für den Besitz von Kinderpornographie relativ hoch. Den Grund dafür erklärte Gerichtssprecher Daniel Langesberg: „Die Vielzahl und die extreme Art des BildmaterialsAußerdem hat das Gericht aber auch strafschärfend berücksichtigt, dass der Angeklagte nicht nur die Dateien heruntergeladen hat, sondern vielmehr auch in einem direkten Kontakt zu dem Hersteller gestanden hat.“

Ermittler über Brutalität erschrocken

Der Hersteller ist Peter Scully, ein berüchtigter Produzent von gewalttätigen Kinderpornovideos, der mittlerweile auf den Philippinen in Haft sitzt. Mit ihm chattete der Mann aus Eslohe unter dem Namen „Babyhunter“, also Kleinkindjäger.

Einer der Filme, den der Esloher von Scully bekam, sorgte weltweit bei Ermittlern für Entsetzen – auch bei den Strafverfolgern im Sauerland. „Das ist mit das schlimmste, was mir persönlich in meiner 20-jährigen Laufbahn vor die Augen gekommen ist“, sagt Thomas Poggel, Oberstaatsanwalt in Arnsberg.

Schon einmal vor Gericht

Der Angeklagte hatte bis zu seiner Verhaftung als Manager bei einer Fluggesellschaft gearbeitet. Zu seinem Motiv sagte er vor Gericht, er sei als Kind selbst missbraucht worden und habe mit den Bildern seine Vergangenheit verarbeiten wollen.

2006 hatte er wegen des Besitzes von Kinderpornographie schon einmal vor Gericht gestanden. Damals war das Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße von 17.000 Euro eingestellt worden.

Quelle

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