Philippinen verbinden drei Todesfälle mit Dengue-Impfstoff

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Manila, Philippinen – Auf den Philippinen werden nach Angaben des Gesundheitsministeriums drei Todesfälle mit dem umstrittenen Impfstoff gegen Dengue-Fieber des französischen Pharmakonzerns Sanofi in Verbindung gebracht. Das habe eine Untersuchung ergeben, die nach dem Tod von 14 Kindern nach der Gabe von Dengvaxia in Auftrag gegeben worden war, teilte eine Vertreterin des Ministeriums heute mit.

Die Ergebnisse würden an das Justizministerium weitergegeben, das ein juristisches Vorgehen gegen die Verantwortlichen eines Massenimpfprogramms prüfe. Sanofi wies die Vorwürfe zurück. Die Untersuchungen auf den Philippinen hätten keine Beweise für einen direkten Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und einem der 14 Todesfälle ergeben.

Sanofi: Impfstoff könnte Krankheit verschlimmern

In den vergangenen Jahren wurden auf den Philippinen in einer breit angelegten Impfkampagne mehr als 800.000 Kinder mit Dengvaxia geimpft. Sanofi hatte im November erklärt, dass das Mittel die Krankheit in einigen Fällen verschlimmern könnte, wenn Menschen dem Virus zuvor noch nie ausgesetzt waren.

Die Philippinen verboten daraufhin das Mittel. Das jetzige Untersuchungsergebnis bestätige die Entscheidung, das Impfprogramm zu stoppen, erklärte die Gesundheitsbehörde. Es müsse noch drei bis fünf Jahre abgewartet und geforscht werden, um die Nebenwirkungen des Impfstoffs abzuklären.

Weit verbreitete fieberhafte Infektion

Dengue-Fieber gehört zu den am weitesten verbreiteten fieberhaften Infektionen und wird von Mücken übertragen. Jährlich erkranken 500.000 Menschen weltweit lebensgefährlich daran, rund 20.000 sterben an Dengue, vor allem Kinder. Dengvaxia ist der erste Impfstoff gegen die Erkrankung.

Sanofi hatte einst große Hoffnungen an Dengvaxia geknüpft. Nach Angaben Sanofis liegen dem Unternehmen nach über zehn Jahren klinischer Tests und über einer Million Impfungen bisher keine Berichte über Todesfälle wegen Dengvaxia vor.

Quelle

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