Sturm im Wasserglas – Darf man sich im Holocaust-Mahnmal in Berlin lächelnd, selbst fotografieren?

Holocaust-Mahnmal Foto

Manila, Philippinen – Wieder einmal versuchen die Duterte-Anhänger die philippinische Opposition, inklusive der Vizepräsidentin, zu verunglimpfen, indem sie ein banalen Anlass zu einer Staatsaffäre aufbauschen wollen.

Nachdem sich mehrere Abgeordnete der Liberalen Partei (LP) am Holocaust-Mahnmal in Deutschland, lächelnd auf den Steinplatten sitzend selbst fotografiert hatten, und ihre Schnappschüsse in den sozialen Medien online stellten, entbrannte, von Duterte-Anhängern initiiert eine Hetzkampagne gegen die Vizepräsidentin und ihre Begleiter.

Erst in der vorigen Woche versuchten die gleichen Anhänger mit Falschnachrichten über die Europareise der Vizepräsidentin ihr Verschwendung von Steuergeldern vorzuwerfen. Die Vizepräsidentin stellte jedoch klar, dass die Kosten für den Berlin-Besuch von der Friedrich-Naumann-Stiftung zu 100 Prozent getragen wurden.

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Darf man am Holocaust-Mahnmal in Berlin lächeln, auf den Steinplatten sitzen?

Ja, man darf und nichts ist daran verkehrt. Das Holocaust-Mahnmal wird jährlich von mehr als 500.000 Gästen der deutschen Hauptstadt besucht, die wenigsten haben etwas mit den schrecklichen Gräueltaten der Nazis zu tun. Und dennoch interessieren, informieren, gedenken und erinnern sich die Menschen, dass so etwas nie wieder geschehen darf. So auch die Abgeordneten von den Philippinen.

Der Architekt des Holocaust-Mahnmals Peter Eisenman: Ich wollte eine täglich präsente Erinnerung an den Holocaust für die Deutschen machen, keine private, sondern eine öffentliche Erinnerung. Etwas, das ganz normale Bürger besuchen können, ohne sich schuldig zu fühlen. Das ist kein Denkmal für die Opfer. Es ist ein Mahnmal für die deutsche Bevölkerung.

Es gibt einen Verhaltenskodex für die Gedenkstätte, in dem heißt es, es ist nicht gestattet:

  • Lärmen,
  • von Stele zu Stele zu springen,
  • das Mitführen von Hunden und anderen Haustieren,
  • das Mitführen und Abstellen von Fahrrädern und ähnlichen Gerätschaften,
  • das Rauchen und der Genuss alkoholischer Getränke.

LP Präsident, Senator Francis Pangilinan, sagte unterdessen, das Foto sei kein Thema.

„Es ist wirklich kein Problem, wenn man bedenkt, dass das Fotografieren und Sitzen auf den Steinplatten nicht verboten ist und dass die Website des Denkmals tatsächlich mit Fotos von Besuchern gefüllt ist, die auf diesen Steinstrukturen sitzen“, sagte er.

Redaktion


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