Festnahme von Patricia Fox „gefährlicher Präzedenzfall“

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Schwester Patricia Fox (71), grundlos auf Anordnung von Präsident Rodrigo Duterte verhaftet worden.

Manila, Philippinen – Die unabhängige Menschenrechtskommission der Philippinen hat die Festnahme einer katholischen Ordensfrau als „grundlos“ verurteilt. Der Vorgang sei ein „gefährlicher Präzedenzfall“ für ausländische Menschenrechtler, erklärte die Kommission am Donnerstag auf ihrer Website.

Die 71-jährige Patricia Fox war am Montag von der Einwanderungsbehörde festgenommen und über Nacht in Gewahrsam behalten worden. Die Arbeit der australischen Ordensfrau „ohne konkrete Grundlage als ‚Einmischung‘ zu bezeichnen“, könne Ausländer abhalten, ihre „wichtige missionarische und humanitäre Arbeit in unserem Land zu leisten“, so die Kommission.

Australischen Nonne von der Einwanderungsbehörde verhaftet

Nach anfänglichen Dementis hat Staatspräsident Rodrigo Duterte laut Medienberichten inzwischen eingeräumt, die Festnahme der Ordensfrau persönlich angeordnet zu haben. „Sie sind eine Ausländerin! Was bilden Sie sich ein?“, wird Duterte von philippinischen und australischen Medien zitiert. Fox sollte sich lieber um Australiens Umgang mit „hungrigen und sterbenden Flüchtlingen“ kümmern, statt sich in die Angelegenheiten der Philippinen einzumischen.

Duterte ordnete Verhaftung der australischen Nonne Patricia Fox an

Am Mittwoch hatte Dutertes Sprecher die Festnahme von Fox noch als „Fehler“ der Einwanderungsbehörde bezeichnet und eine Entschuldigung bei ihr empfohlen.

Regierung entschuldigt sich für Verhaftung einer australischen Nonne

Fox lebt seit mehr als zwei Jahrzehnten auf den Philippinen. Dort hat sie einen Namen als Streiterin für die Landrechte armer Bauern und Ureinwohner auf Mindanao. Sie ist inzwischen wieder auf freiem Fuß; die Einwanderungsbehörde musste einräumen, dass sie nicht gegen Visabedingungen verstoßen habe.

Duterte hat in seiner zweijährigen Amtszeit mehrfach Menschenrechtsaktivisten bedroht. Im März beschuldigte er eine Organisation, sich von „Drogenbaronen“ gegen ihn instrumentalisieren zu lassen. Im Sommer 2017 wies er die Polizei an, Menschenrechtsaktivisten zu erschießen, die im Drogenkrieg die „Gerechtigkeit behindern“. Am vergangenen Sonntag verweigerte die Einwanderungsbehörde dem sozialistischen EU-Abgeordneten Giacomo Filibeck, einem Kritiker von Dutertes „Drogenkrieg“, die Einreise.

Redaktion


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