Diplomatische Eiszeit – Darum ist Kuwait verärgert

Renato Villa

Aus dem Land gewiesen, der philippinische Botschafter in Kuwait Renato Villa.

Manila, Philippinen – Kuwait reagiert ungewöhnlich hart auf die eigenmächtigen Rettungsaktionen der philippinischen Botschaft in seinem Land. Nicht nur dass eine Protestnote überreicht wurde, was dem Anlass eigentlich ausreichend genüge getan hätte, Kuwait hat den philippinischen Botschafter des Landes verwiesen, es wurden 4 Mitarbeiter der Botschaft verhaftet und gegen 3 Diplomaten der Philippinen wurden Haftbefehle erlassen.

Die Botschaft der Philippinen hat mehrere Rettungsteams zu notleidenden Gastarbeiterinnen geschickt um sie aus den Händen ihrer Arbeitgeber zu befreien. Entweder hatten sich die misshandelten Frauen bei der Botschaft gemeldet oder ihre Schicksale wurden über soziale Medien verbreitet.

Außenminister Cayetano behauptet zwar dies wäre in Abstimmung mit den Kuwaitischen Behörden geschehen, die bestreiten die Aussage von Cayetano nicht nur, sie sagen auch, die philippinische Botschaft hätte gesagt, greifen die Kuwaitischen Behörden nicht nach 24 Stunden ein, werde man eigene Rettungsteams zu den Arbeiterinnen schicken.

Schon hier verletzten die Philippinen kuwaitische Gesetze, in dem sie die hoheitlichen Rechte des Gastlandes missachteten.

Doch die Philippinen gingen noch einen Schritt weiter, sie „prahlten“ in den sozialen Medien mit den Rettungsaktionen. Dies war Kuwait dann doch zuviel, sie baten den philippinischen Botschafter um eine Stellungnahme und zwangen den Außenminister der Philippinen zu einer öffentlichen Entschuldigung.

Hier hätte die Geschichte enden können, doch jetzt verärgerte der Präsident der Philippinen den Golfstaat. Am 25. April 2018 machte Duterte den Westen für den Anstieg des Terrorismus – besonders im arabischen Raum – verantwortlich und begrüsste den Einmarsch Saddam Husseins in Kuwait 1990.

Duterte macht den Westen für den Terrorismus verantwortlich

Das konnte und wollte sich Kuwait nicht mehr gefallen lassen, noch am gleichen Tag forderte man den philippinischen Botschafter auf das Land zu verlassen und stellte gegen 3 philippinische Diplomaten Haftbefehle aus.

Kuwait weist philippinischen Botschafter aus

Kuwait stellt Haftbefehle gegen philippinische Diplomaten aus

Am Samstag, 28. April forderte Präsident Duterte die 260.000 ausländischen philippinischen Arbeiter (OFW) in Kuwait auf, die meisten von ihnen Hausangestellte, nach Hause zurück zukehren und sagte, dass der Golfstaat sie offenbar nicht mehr will.

„Ich appelliere an Ihr Gefühl des Patriotismus. Wie auch immer, es gibt viele Jobs zu Hause „, sagte der Präsident und wandte sich an OFWs in Kuwait.

Redaktion


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