Anti-Drogen-Kampagnen und schlechte Infrastruktur führen die Philippinen ins Abseits

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Manila, Philippinen – Der Kampf gegen Drogen wird auf den Philippinen äußerst brutal geführt. Seit 2016 sind gab es bereits mehrere tausend Tote. Die Schätzungen reichen zwischen 4.000 und 20.000 Opfern.

Die Polizei nimmt die Verdächtigen bei den Razzien nicht fest, sondern tötet sie gleich. Es gibt weder eine Beweisaufnahme und schon gar keine Anklage oder ein Urteil. Rückendeckung bekommt die Polizei vom Präsidenten Rodrigo Duterte, der schon im Wahlkampf vor ein paar Jahren angekündigt hatte, dass er mit den Dealern kurzen Prozess machen will. Neben der fehlenden Rechtsstaatlichkeit sind vor allem auch viele Unschuldige zu beklagen, die bei den Aktionen mit ums Leben kommen.

Erst vor ein paar Tagen wieder sind bei mehreren Drogenrazzien in Matalam, einer Stadt im Süden der Philippinen, neun mutmaßliche Drogendealer erschossen worden. Nach Angaben der Polizei, wurden bei Durchsuchungen in mehreren Wohnungen eine nicht genannte Menge der synthetischen Droge Methamphetamin eindeckt. Bei der Aktion sei es dann zu einem Schusswechsel gekommen, bei dem insgesamt neun Verdächtige erschossen wurden. Die offiziellen Meldungen zu solchen Aktionen sind meist kurz und knapp und der Hinweis dass die Dealer das Feuer eröffneten, fehlt natürlich nicht.

Investoren fühlen sich verunsichert

Auf Kritik aus dem Ausland, konterte Duterte bislang stets mit Vokabeln wie „Hurensöhne“ oder „Leckt mich“.  Solche Sprüche vom Präsidenten kommen bei der mehrheitlich armen und bildungsfernen Bevölkerung gut an. Für andere ist das jedoch ein unhaltbarer Zustand. In der Vergangenheit bekamen Aktivisten, die ihre Stimme erhoben haben, meist auch gleich Besuch von den Behörden bekommen, um ihnen zu bedeuten, dass sie sich auf der falschen Seite stünden.

Das alles ist mittlerweile auch ein Problem philippinische Wirtschaft. Viele Investoren fühlen sich durch solche Nachrichten verunsichert. Lange Zeit galten die Philippinen als einer der Tigerstaaten mit sehr guten Wachstumsraten. Die Anleihen der Republik waren noch vor zwei Jahren gefragt wie nie. Viele global operierende Unternehmen, wie etwa Facebook eröffneten hier Dependancen, um bestimmte Dienstleistungen auszulagern und profitierten bislang vor allem vom besonders niedrigen Lohnniveau. Das wirtschaftliche Bild des scheinbar immer nur aufstrebenden Inselstaates hat sich mittlerweile jedoch geändert.

Anleihen könnten irgendwann Richtung Ramsch tendieren

Die Horror-Nachrichten aus Dutertes Drogenkrieg, aber auch eine insgesamt eher marode oder vielfach erst gar nicht vorhandene Infrastruktur bestimmen mittlerweile das Bild. Auch die Anleihen der Republik Philippinen, die bislang beste Renditen versprachen sind mittlerweile nicht mehr erste Wahl bei den Renditejägern. Kurse für Philippinenanleihen und Philippinischen Peso (PHP) und den passenden Broker dazu finden sich bei deutschefxbroker.de.

Die Risiken sind einfach nicht mehr zu leugnen. Das spiegelt sich auch im Rating und in der aktuell großen Volatilität an den Märkten wider. Natürlich galten die Philippinen noch nie als ein Land, dessen Währung und Anleihen als ohne Risiko galten. Allerdings benötigen Investoren vor allem einen sicheren rechtlichen Rahmen. Bei Infrastrukturprojekten darf es zudem nicht nur bei Ankündigungen bleiben. Das Land muss dazu auch in die Bildung seiner Bevölkerung investieren, was übrigens langfristig das beste Rezept auf dem Weg zu weniger Kriminalität und einer besseren Wettbewerbsfähigkeit der philippinischen Wirtschaft wäre. Aktuell sollten sich Anleger jedoch dagegen wappnen, dass die Anleihen bei den Ratingagenturen in Richtung Ramsch tendieren könnten, was einen deutlichen Kursverfall zu Folge hätte. Dass die Kuponzahlungen nicht mehr bedient werden, stehet jedoch aktuell nicht zu befürchten.

Die finanzielle Leistungsfähigkeit des Landes stützt sich auch auf einen ungebrochenen und stabilen monatlichen Dollarfluss aus dem Ausland durch die im Ausland lebenden Philippinen.

Redaktion


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