Stadt Willich – Ein Fest für Menschen auf den Philippinen

Joyfull Worship Singers

Auch die „Joyfull Worship Singers“ traten beim Fest im Krumm auf.

Manila, Philippinen – Bei einer Benefizveranstaltung im Wekelner Begegungszentrum Krumm ging es um Menschen, die in einem Slum auf den Philippinen leben. Mit den Einnahmen soll der Bau von Sanitäranlagen finanziert werden.

Im Krumm, dem Begegnungszentrum in Willich-Wekeln, ist richtig was los. Der Parkplatz füllt sich. Menschen mit Backblechen und Tortenbehältern strömen durch den Eingang. Nachbarn schauen vorbei. Das Tortenbufett in der zentralen Halle der Einrichtung biegt sich mittlerweile unter den selbst gebackenen Köstlichkeiten, die man mit einer duftenden Tasse Kaffee genießen kann. An einem Stand werden von freundlichen Damen Holunderblütengelee, Bärlauch-Salz und feine Plätzchen angeboten. Die Tombola bietet sagenhafte 500 Gewinnmöglichkeiten, die allesamt gespendet wurden. Im großen Saal proben Musiker, aus einem Nebenraum ertönt exotischer Gesang. Alles ist gesponsert und gespendet für einen einzigen guten Zweck. Bei der Benefizveranstaltung geht es um Menschen in einem Slum auf den Philippinen.

Er befindet sich auf der Insel Negros in der Nähe der Provinzhauptstadt Bacolod City. Und alle Einnahmen des heutigen Tages sollen den rund 200 Menschen zugute kommen, die im Slum mit dem Namen Silay-City unter unwürdigen Bedingungen leben müssen. Mitten drin im Geschehen im Krumm: Cecilia Germes aus Willich. Sie ist als Initiatorin Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung.

Die 52-Jährige stammt von den Philippinen und lebt seit 25 Jahren in Deutschland. Mit ihrem Mann Ralf hat sie zwei erwachsene Kinder. Alle Menschen, die hier mitmachen, stehen mit ihr in irgendeiner Verbindung. Es sind Arbeitskolleginnen, Freunde, Bekannte von der „Willicher Tafel“ oder aus der katholischen Kirchengemeinde und Familienmitglieder. Sehr viele sind auch Mitglieder des Willicher Chors „Frauenpower“, bei dem Cecilia Germes mitsingt, oft Solopartien übernimmt. Die schlanke, strahlende Frau sprüht vor Energie. Und scheint im besten Sinne das zu sein, was man mit „gut vernetzt“ bezeichnet.

Sie berichtet von den katastrophalen Bedingungen unter denen die Menschen in dem Slum in der Nähe ihrer alten Heimatstadt leben. „Ich habe die Situation dort gesehen und nur gedacht: Mein Gott. Es gibt keine Kanalisation, die Kinder haben Hautkrankheiten.“ Eine Schautafel mit Fotos zeigt Behausungen aus Bambusrohren über die Plastikplanen gespannt wurden. Die Menschen stehen in langen Schlangen an, um etwas zu essen zu bekommen. Die Fotos seien beim letzten Besuch im Jahr 2012 entstanden, erzählt ihr Mann Ralf. Und davon, dass es dort als Mahlzeiten nur Reis mit kleinen getrockneten Fischchen gibt. „Wir haben Limo mitgebracht. Das war für die Kinder schon unvorstellbar“, sagt er.

Seit acht Jahren spendet Cecilia Germes ihre Gagen aus Gesangsauftritten, um den Menschen eine schöne Weihnachtsfeier zu ermöglichen. Die Hilfe vor Ort organisiert ihre Schwester. Die Benefizveranstaltung im Krumm dient nun einem größeren Projekt. Eine Toilettenanlage für das Dorf soll gebaut werden. „Das kann ich allein nicht schaffen, da brauche ich etwas Unterstützung“, sagt Cecilia.

Ihren Freundinnen vom Chor „Frauenpower“, Iris Sonntag und Margret Kalvelage, kam die Idee zu der Benefizveranstaltung im Krumm. Auch ihre Kollegin Hildegard Hogenkamp half bei der Vorbereitung. „Eine Toilette kostet 300 Euro“, sagt Cecilia Germes. Sie hofft nun, dass mit den Einnahmen des heutigen Tags einige „stille Örtlichkeiten“ gebaut werden können.

Quelle


Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

[ratings]


Print Friendly, PDF & Email