Norbert Kohl leistet Medizinische Hilfe für German Doctors

Norbert Kohl (66) ist Bad Vilbeler Kinderarzt und dieses Frühjahr bereits zum siebten Mal mit dem Verein „German Doctors“ auf die Philippinen gereist. Dort leistet er für die Einwohner, die es sich sonst nicht leisten können, medizinische Hilfe.

Norbert Kohl

Vortrag Norbert Kohl, Kinderarzt, ehrenamtlich tätig für German Doctors auf den Philippinen

Manila, Philippinen – Norbert Kohl kennt sich aus auf den Philippinen: Im März startete sein Flug nach Manila. Weiter ging es mit Bus und Schiff auf die Insel Mindoro. Sechs Wochen lang fuhr der Bad Vilbeler Kinderarzt vom Verein „German Doctors“, der es sich zum Ziel gesetzt hat, nachhaltig in Entwicklungsländern zu helfen, in einem Rhythmus von zwei Wochen umliegende Dörfer an. Manchmal mit einem Zahnarzt, meistens als einziger Arzt mit zwei Krankenschwestern und Fahrer. In einem Kleinbus mit der gesamten Ausrüstung: „Tische, Stühle, Untersuchungsliegen und Medikamente mussten wir mitbringen, weil es die vor Ort oft nicht gab“, erzählt Kohl in einem Vortrag im Haus der Begegnung am Mittwoch.

Die Lage in den Dörfern sei katastrophal: „In den abgelegenen Dörfern gibt es meist keine Strom- und Wasserversorgung. Es ist sehr unhygienisch“, erzählt Kohl und zeigt Bilder. „Nur fünfzig Prozent der Bevölkerung hat Zutritt zur Gesundheitsversorgung und diese leben in Städten.“

„Beim Bruttoinlandsprodukt liegen die Philippinen ganz gut, allerdings gibt es dort eine sehr kleine, sehr reiche Oberschicht. Die meisten haben weniger als zwei Euro am Tag. Eine Fahrt in die nächste Stadt kostet ungefähr fünf Euro.“

Bürger trinken zu wenig

„Chronische Hautkrankheiten wie Pilze sieht man dort oft. Tuberkulose ist auch sehr häufig, an allen möglichen Organen. Und Nierenerkrankungen sind nicht selten, da die Menschen sehr wenig trinken“, berichtet Norbert Kohl. Von seinen Einsätzen hat der Kinderarzt viel mitgenommen: „Das Gefühl, wie wenig man braucht, um sich gut zu fühlen, ist überwältigend. Ein tolles Gefühl, jemandem in Not zu helfen und, die Dankbarkeit zu erfahren.“

Als Kohl von seinem ersten Einsatz auf den Philippinen nach Deutschland zurückkehrte, war das ein Kulturschock. „Es ist unfassbar, wie schnell und überfüllt hier alles ist. Das sind unterschiedliche Welten. Mit der Zeit habe ich gelernt, das zu akzeptieren.“

Ohne Brust weniger wert

Besonders belasten Kohl die Fälle, in denen er den Patienten nicht helfen konnte. „Einmal kam eine Frau mit einem großen Brust-Tumor zu mir. Sie war mit einem Mann zusammen, der Beziehungen mit mehreren Frauen führte. Wir wollten sie ins Krankenhaus einweisen, damit man ihr die Brust abnehmen konnte, aber sie hat sich geweigert. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass eine Frau dort weniger wert ist, wenn ihr die Brust abgenommen wird.“

Es komme oft vor, dass Patienten die Behandlung verweigern. „Die Menschen haben schlechte Erfahrungen gemacht. In staatlichen Krankenhäusern ist es oft unhygienisch, die Ärzte kümmern sich nicht anständig um die Patienten. Die Behandlung in staatlichen Häusern ist sehr teuer, während sie in privaten kaum zu bezahlen ist. Die privaten Krankenhäuser sind dafür aber besser“, berichtet Kohl.

Den Verein unterstützen

Die „German Doctors finanzieren sich größtenteils aus Spenden. Infos auf „www.german-doctors.de oder unter Telefon (02 28) 3 87 59 70.

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