Zumindest Makaber – Polizei errichtet Jesus-Figur aus Gewehren und Kugeln

Ein christliches Kunstwerk auf den Philippinen symbolisiert Zerstörung und Frieden zugleich. Unkonventionelle Baumaterialien machen den „Waffen-Jesus“ besonders. Das findet jedoch nicht jeder gut.

Jesus Christus aus Waffen

Manila, Philippinen – Christusstauen gibt es bereits in unzähligen Größen, Farben und Materialien. Auf den Philippinen aber steht ein Exemplar, das es so wohl kein zweites Mal gibt: einen Jesus aus Waffen. Das Kunstwerk „der ökologische Jesus Christus“ in der Stadt Palo besteht aus beschlagnahmten Gewehren, Kugeln und Trümmern, die vom Supertaifun Haiyan 2013 übrig geblieben sind. Wie die asiatische katholische Nachrichtenagentur UCA News berichtet, stehe die sechs Meter hohe und 1,5 Tonnen schwere Skulptur im regionalen Polizeihauptquartier der Stadt der Provinz Leyte.

Das Kunstwerk, bestehend aus Gewehren, soll ein Zeichen für den Frieden sein, erklärt der philippinische Künstler Lucky Salayog. „Die grundlegende Botschaft der Schusswaffen ist ein Ruf nach einem Stopp von Gewalt“, sagte er und fügte hinzu, dass jeder an der Förderung des Friedens arbeiten sollte.

Neben dem Friedensappell wollte der 31-jährige Künstler nach eigenen Aussagen mit seiner Arbeit die „Zerstörung der Mutter Natur durch die Menschheit“ aufzeigen. Inspiriert habe ihn die Anfälligkeit der Region Ost-Visayas für Naturkatastrophen. Die Skulptur symbolisiere somit auch die Fähigkeit der Menschen nach der Verwüstung wieder aufzustehen.

Kritik am Kunstwerk kam von Pater Virgilio Canete von der Erzdiözese Palo. Er stellte die Botschaft der Skulptur infrage: „Ist dies ein Versuch von den drogenbedingten Tötungen abzulenken oder sie zu rechtfertigen?“, fragte er. Damit spielt er auf die Behauptungen von einigen Menschenrechtsgruppen an. Nach deren Angaben seien über 12.000 mutmaßliche Drogenkonsumenten und Dealer in einer polizeilich geführten „Anti-illegale-Drogen“ Kampagne getötet worden. Diese war 2016 ins Leben gerufen worden.

Der Künstler Salayog jedoch machte deutlich, dass jedes Teil seines Kunstwerkes eine symbolische Bedeutung habe. So zum Beispiel die Kreuzaufschrift „INRI“. Sie besteht aus 164 Einschusslöchern, die für die Anzahl der Menschen stehen sollen, die 2017 beim Taifun Vinta gestorben sind. Der Körper des Jesus besteht aus 365 Pistolen, die von der Polizei konfisziert wurden, während Gewehrmagazine und ein Stück Holz aus einem zerstörten Polizeipräsidium das Kreuz bilden.Sechs Gewehre symbolisieren die sechs Provinzen der Region. Die beiden Kettensägen stehen für die doppelte Verpflichtung der Polizei, einerseits die Menschheit zu unterstützen und andererseits die vom Menschen verursachte Zerstörung zu bekämpfen.

Vier Hörner repräsentieren vier Umweltprobleme, die angegangen werden müssten und fünf Auspuffdämpfer stellen die größten Umweltprobleme des Landes dar. In der Skulptur sind außerdem Sägewerksklingen und Macheten eingearbeitet, die beim illegalen Fällen von Bäumen durch Holzfäller verwendet werden.

„Ich habe festgestellt, dass die meisten Menschen nicht wissen, dass wir uns um unsere Umwelt kümmern sollten“, sagte der regionale Polizeichef Gilberto Cruz und fügte hinzu, dass das Kunstwerk ein Geschenk für die Region sei.

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