Erstes Todesopfer durch Duterte`s Anti-Tambay-Kampagne

Tambays-Police

Manila, Philippinen – In nur einer Woche hat die Polizei in Manila mehr als 7000 angebliche „Tambays“ (Herumlungerer) verhaftet, damit wollte Präsident Rodrigo Duterte Ordnung und Sicherheit in den Metropolen des Landes wieder herstellen und der Kriminalität vorbeugen.

Die Polizei in Manila nahm den Befehl des Präsidenten besonders streng und verhaftete Personen, die sich nachts auf der Strasse aufhielten, tranken, rauchten oder ohne T-Shirt herumliefen. Jeder der nachts in der Hauptstadt „herumstand“ war ein potenzieller krimineller. So auch Genesis „Tisoy“ Argoncillo, der am Freitag, 15. Juni 2018 verhaftet wurde.

Er wurde mit anderen „Kriminellen“ in eine Zelle des Quezon City Polizei Bezirk 4 eingesperrt. Als seine Schwester eine Kaution für ihn hinterlegen wollte wurde ihr mitgeteilt, dass ihr Bruder wegen Atemprobleme ins Krankenhaus gebracht wurde.

Er starb am 19. Juni in Polizeigewahrsam.

Dort konnte sie nur noch ihren Toten Bruder besuchen, übersät mit blauen Flecken und gebrochenen Rippen.

Guillermo Eleazar, der Chef der Polizei der Hauptstadt stellte sich noch am Donnerstagvormittag demonstrativ vor seine Beamten und bestritt jede Beteiligung der Polizisten an dem Tod von Argoncillo.

Eleazar sagte, dass er zunächst niemanden entlassen wollte, bis die Polizei den Tod von Argoncillo untersucht hatte. Die Kriminalpolizei von Quezon City führt die Untersuchung durch.

Er sagte, dass er seine Meinung änderte, nachdem er Fotos von Argoncillo mit Prellungen an Gesicht und Körper gesehen hatte, und eine Sterbeurkunde, die besagte, dass er zu Tode geprügelt worden war, unterschrieben von nicht weniger als dem Anwaltsleiter Superintendent Joseph Palmero.

Nun hat Eleazar den verantwortlichen Aufseher des Gefängnisses in Quezon City entlassen.

Das Problem mit der Anti-Tambay-Ordnung 

Leute werden automatisch als Verbrecher angesehen

Menschen können nun aufgrund der „bloßen Möglichkeit, dass Sie eine Straftat begehen“ gemäß der Richtlinie verhaftet werden.

Vor 2 Tagen wurden Polizeibeamte aus Makati vom Dienst suspendiert, nachdem sie Menschen, die um 23 Uhr vor dem Haus eines Freundes warteten, fälschlicherweise verhaftet hatten.

Redaktion


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