Duterte teilt wieder verbal aus – diesmal gegen Gott

duterte betet

Zu wem betet Präsident Duterte hier, zu einem dummen Gott?

Manila, Philippinen – Der philippinische Präsident Roberto Duterte ist bekannt für seine drastische Ausdrucksweise. In der Regel richten sich seine Schimpftiraden gegen andere internationale Spitzenpolitiker – doch diesmal griff er eine Etage weiter oben an.

Wenn er vom Leder zieht, dann richtig: Duterte drohte schon mal damit, sich mit dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama „wie Schweine im Matsch“ wälzen zu wollen und verglich seine umstrittene Drogenpolitik auf den Philippinen mit dem Holocaust. Zwischendurch drohte er auch schon mal an, die Vereinten Nationen „niederbrennen“ zu wollen.

In seiner neuesten Schimpfkanonade knöpfte sich der philippinische Präsident keinen geringeren als Gott höchstpersönlich vor. Der 72-Jährige stösst sich offenbar vor allem an der sogenannten „Erbsünde“.

Bei einer Rede zur Eröffnung des Gipfels der Informations- und Kommunikationstechnologie 2018 in Davao City am Freitag erinnerte Duterte an die biblische Schöpfungsgeschichte von Adam und Eva und daran, wie sie die von der verbotenen Frucht aßen.

Adam aß sie … dann wurde das Böse geboren. Wer ist dieser dumme Gott? Dieser Hurensohn ist dumm, wenn das stimmt“, so Duterte.

Doch damit nicht genug, er ergänzte: „Du hast etwas Perfektes geschaffen, und dann denkst du an ein Ereignis, das die Qualität deiner Arbeit in Versuchung führen und zerstören würde.“

Vor allem der Gedanke, dass sich Sünde vererben lässt, scheint Duterte abzulehnen.

Das war die Tat deiner Mutter und deines Vaters, du bist noch nicht geboren, aber jetzt hast du die Erbsünde. Was für eine Religion ist das? Ich kann es nicht annehmen“, so Duterte weiter.

Er glaube jedoch immer noch an die Existenz eines „universellen Geistes“. Schon Anfang Juni hatte Duterte gegen katholische Priester gewettert, weil sie seiner Meinung nach die Regierung in ein schlechtes Licht gesetzt und sie der Heuchelei beschuldigt hatten.

Im Jahr 2015, als er noch Bürgermeister von Davao City war, verfluchte er sogar Papst Franziskus – der Besuch des Pontifex auf den Philippinen hatte zu einem Verkehrschaos geführt. Obwohl über 80 Prozent der Bevölkerung auf den Philippinen katholisch ist, scheinen ihm die verbalen Ausfälle nicht zu schaden. Das Land ist das größte christlich geprägte Land in Südostasien und das bevölkerungsmäßig größte katholische Land in Asien. Eine im Januar veröffentlichte Umfrage bescheinigte Duterte dennoch glänzende Zustimmungswerte.

In diesem Jahr schaffte es Duterte sogar auf den Titel des Nachrichtenmagazins Time, was in der Regel als besondere Auszeichnung gilt. Das US-Blatt zeigte ihn zusammen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan und Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban auf dem Cover.

Die Titelgeschichte lautete wenig überraschend: „Aufstieg der starken Männer“. Trotz des recht kritischen Artikels ließ Duterte über seinen Sprecher mitteilen, dass er mit dem Titelbild zufrieden ist.

Ganz nach dem Motto: Wer sich mit Gott anlegt, muss das Time-Magazin nicht fürchten.

Quelle

 

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