Bunter Umzug von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern in der philippinischen Hauptstadt Manila

Just am Tag, an dem die philippinische Hauptstadt Manila ihren Gay Pride feierte, veröffentlichte das unabhängige Gesellschaftsforschungsinstitut Social Weather Station Umfrageergebnisse, die besagen, dass 61 Prozent der Philippinos gegen die Ehe für alle sind. Die Pride-Demonstranten trotzten der Fortschrittsmüdigkeit laustark unter dem Motto „Rise Up Together“

Umfrage: 61 Prozent der Filipinos sind gegen die gleichgeschlechtliche Ehe

InstantMaki

Instagramer InstantMaki war einer von rund 8.000 Philippinos, die im Marikina Sports Center in Manila den Gay Pride feierten und dabei eine zügige Umsetzung der Ehe für alle forderten

Manila, Philippinen – Nach Angaben des Veranstalters nahmen rund 7000 Menschen an dem Festmarsch teil. Die Teilnehmer forderten Gleichberechtigung. Wie Staatspräsident Rodrigo Duterte zum Thema Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern steht, ist unklar. In der Vergangenheit äußerte sich Duterte mal in die eine, mal in die andere Richtung.

Politisch gesehen ist es ein kritischer Zeitpunkt, zu dem der 24. Metro Manila Pride am Samstag stattfand. Einerseits steht in dem südostasiatischen Land noch immer die Verabschiedung des Antidiskriminierungsgesetzes SOGIE aus, zweitens sorgte erst kürzlich eine Anhörung am Supreme Court zum Thema Ehe für alle für Aufsehen, deren Ergebnisse ebenfalls auf eine politisches Echo warten. So stand der Pride (wie die Kundgebungen während der Supreme-Court-Anhörung) unter dem Motto „Rise Up Together“ („Lehnt Euch gemeinsam auf“). Wie passend der Claim war, zeigte eine Umfrage, die am Morgen des Pride-Samstags durch das Gesellschaftsforschungsinstitut Social Weather Station veröffentlicht wurde. Demnach sind 61 Prozent der philippinischen Bevölkerung gegen eine Öffnung der Ehe. Nur 22 Prozent sind dafür.

Der Widerstand gegen LGBTIQ*-Rechte geht auf den Philippinen traditionell vom starken Einfluss der katholischen Kirche aus (über 80 Prozent der Bevölkerung sind katholisch). So demonstrierten die Pride-Teilnehmer bei der Abschlusskundgebung im Marikina Sports Center auch gegen religiöse Bigotterie. Liberale Katholiken entrollten ein „I’m sorry“-Banner, auf dem sie sich für die Ignoranz, die Vorurteile und die Verfolgung von LGBTIQ* im Namen ihrer Kirche entschuldigten. Metro-Manila-Pride-Co-Vorsitzender Mikhail Quijano äußerte sich zu der aktuellen Umfrage gegenüber ABS-CBN-News mit den Worten: „Die Ergebnisse sind ein Barometer dafür, wie unaufgeklärt die Philippinos über die Anliegen unserer Community sind (…) Ein Großteil des Widerstands ist den missbräuchlichen Auslegungen ihrer Religion geschuldet.“ Der Pride-Aufstand kann somit mehr denn je als Aufklärungsmarsch verstanden werden.

Quellen: Euronews, blu

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