Philippinische Pflegekräfte warten monatelang auf Visa

Pflegekräfte

Philippinische Pflegekräfte, die in Deutschland arbeiten wollen, lernen in Manila die Sprache. Der Unterricht wird von den Asklepios-Kliniken finanziert. Foto: Privat

Manila, Philippinen – In Deutschland fehlen 50 000 Pflegekräfte. Doch die Bundesregierung schafft es nicht, dringend benötigte Fachleute aus dem Ausland zügig ins Land zu holen.

Der Geschäftsführer der Asklepios-Kliniken, Kai Hankeln, hat jetzt einen Brandbrief an Bundestagsabgeordnete geschrieben. Seit zwei Jahren schult Asklepios (150 Kliniken) auf den Philippinen Intensiv- und OP-Pfleger für das Arbeiten in Deutschland.

Nach bestandener Sprachprüfung müssen die medizinischen Fachleute aber monatelang auf ihre Einreiseerlaubnis warten.

„Leider ist die personelle Kapazität der deutschen Botschaft in Manila nicht ausreichend, um die vielen Visums-Anträge zeitgerecht zu bearbeiten“, schreibt der Asklepios-Chef an die Politiker. „Gerade ist die Bearbeitungsdauer von drei auf fünf Monate heraufgesetzt worden.“

Versuche, eine Lösung mit dem Auswärtigen Amt zu finden, „sind leider gescheitert“.

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Aktuell warten die Schüler auf ihr Visum. Foto: Privat

Der Asklepios-Chef kritisiert: „Es ist keinem Patienten vermittelbar, dass seine Operation oder Behandlung verschoben werden muss, weil nicht ausreichend Personal in den deutschen Botschaften vorhanden ist, um die Visa des dazu notwendigen Pflegepersonals zeitgerecht zu bearbeiten.“

Die Große Koalition packt das Visa-Problem trotz des Brandbriefs vom 28. Juni nicht an. FDP-Haushaltspolitiker Michael Link: „In Manila arbeitet die Visastelle im Akkord und wartet seit mehreren Monaten auf bereits zugesagte personelle Verstärkung. Doch das Auswärtige Amt liefert nicht.“

Die FDP beantragte deshalb in der letzten Woche im Haushaltsausschuss einen Maßnahmenplan gegen das Visa-Chaos. Union und SPD lehnten ab.

Das Auswärtige Amt wollte sich nicht äußern, verwies am Freitag auf die sechs Stunden Zeitverschiebung zwischen Berlin und Manila.

Quelle

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