Fleischfressende Bakterien – Insasse stirbt im Gefängnis von Manila

Manila City Jail

Manila, Philippinen – Das medizinische Personal des Manila City Jail (MCJ) befindet sich in Alarmbereitschaft, nachdem am vergangenen Sonntag, 8. Juli 2018 ein Insasse an einer Infektion mit fleischfressenden Bakterien gestorben ist.

Nach einem Bericht der Gefängnisverwaltung überwach jetzt das medizinische Personal in einem Zyklus von 24 Stunden alle Insassen, die an verschiedenen Krankheiten leiden.

Der Insasse Gerry Baluran wurde mit „fleischfressenden Bakterien“ infiziert, die seinen Tod am 8. Juli2018 verursacht haben, wurde ein MCJs Sprecher in dem Bericht zitiert.

Er wurde am 13. Juni wegen illegalen Glücksspiels verhaftet, fügte der Bericht hinzu.

MCJs medizinisches Personal sagte, dass Baluran bereits vor seiner Inhaftierung mit den Bakterien infiziert wurde.

Die vielzitierten „fleischfressenden Bakterien“ fressen nicht wirklich Fleisch. Sie sondern ein Toxin ab, das Gewebe verflüssigt. Der korrekte Begriff für die Krankheit lautet nekrotisierende Fasziitis.

Es gibt verschiedene Bakterienarten, die ein solch rasantes Gewebeabsterben auslösen können, dass eine Infektion als nekrotisierende Fasziitis bezeichnet wird. Eine der häufigsten Gruppen sind die A-Streptokokken, die weit verbreitet sind. Sie leben oft ganz harmlos in unserer Kehle, lösen manchmal Scharlach aus und sorgen in seltenen Fällen dafür, dass Gewebe und Faszien absterben.

Wie gelangen diese Bakterien in den Körper?

„Oft gibt es Eintrittspunkte – ein Schnitt, der durch die Haut in tiefere Bereiche vordringt, manchmal auch ein Stich wie von einem Dorn oder einer Nadel. Es könnte auch ein Insektenstich sein“, sagt William Schaffner. Der Spezialist für Infektionskrankheiten vom medizinischen Zentrum der Vanderbilt Universität hat Jahrzehnte damit verbracht, diese Pathogene zu untersuchen. Es gibt aber auch Fälle, in denen Ärzte keinen Eintrittspunkt finden konnten. Es ist also möglich, dass die Bakterien auch unverletzte Haut durchdringen können.

Wie schnell breiten sich die Bakterien aus?

Sie sind schnell. Die Infektion kann sich pro Stunde um 2,5 Zentimeter ausbreiten und zu einer Blutvergiftung, Organversagen und bei einem von drei Patienten sogar zum Tod führen, so Schaffner.

Wie sehen die ersten Symptome aus?

Das auffälligste Erstsymptom ist nicht das Fieber oder die Verfärbung der Haut, sondern ein schlimmer Schmerz, der auf den Schaden am tieferliegenden Gewebe zurückzuführen ist. „Noch bevor es sichtbare Symptome gibt, kann die Krankheit großen Schaden anrichten“, sagt Schaffner.

Redaktion

 

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