Jens Peters exklusiv – Rundreise Luzon mit dem Auto oder Motorrad

Jens Peters

Manila, Philippinen – Der Philippinen-Experte und Reiseautor Jens Peters ist seit Jahrzehnten vor allem für sein „Philippinen Reise-Handbuch“ bekannt, das viele von uns im Regal stehen haben und uns auf vielen Reisen begleitet hat.

Das Philippinen Reise-Handbuch ist immer noch das absolute Standardwerk, wenn es um Reiseführer rund um das Land der 7107 Inseln geht, und ist mittlerweile in der 21. Auflage erhältlich.

Exklusiv veröffentlicht das Philippinen Magazin die neuesten Reiserouten auf der Hauptinsel Luzon.


Eine Reise mit einem Motorrad oder Privatwagen ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Philippinen zu erkunden. Empfehlenswert ist eine Rundreise durch Zentral- und Nord-Luzon. Sie führt durch verschiedene, eindrucksvolle Landschaften, bietet kulturelle Abwechslung und verbindet mehrere touristische Highlights.

Auf den Philippinen herrscht Rechtsverkehr. Verkehrsregeln werden nur selten beachtet, daher unbedingt defensiv fahren. Auf keinen Fall sollte man sich von den leichtsinnigen Überholmanövern einheimischer Fahrer anstecken lassen. Ebenso ist davon abzuraten, bei Dunkelheit zu fahren, da nach Sonnenuntergang überraschend viele Fahrzeuge ohne oder mit nur unzureichender Beleuchtung auf den Straßen unterwegs sind.

Eine Fahrzeugmiete in Angeles erspart einem den zähen Straßenverkehr in Metro Manila.

Autotour Zentral- und Nord-Luzon

philippinen auto tour luzon

Minimum 3-4 Wochen; beste Reisezeit: März bis Mai

Etappe 1 (200 km): Angeles (oder Manila; plus 90 km) – Tarlac – Carmen – Pinagpanaan – Rizal – Maria Aurora – Baler

Ziel der ersten Etappe ist Baler, Drehort von Coppolas Apocalypse Now und populärer Surfspot am langen Sabang Beach. Von Angeles über den Subic-Clark-Tarlac Expressway (SCTEX) bis Abfahrt ‚Tarlac City‘, dann in Richtung La Paz, in Carmen links abbiegen, weiter bis zum Maharlika Highway, in Pinagpanaan (10 km nördlich von Cabanatuan) rechts abbiegen und über Rizal und Maria Aurora nach Baler.

 

Etappe 2 (275 km): Baler – Dinadiawan – Abbag – Maddela – San Agustin – Jones – Echague – Santiago – Oscariz – – Alfonso Lista – Aguinaldo – Mayoyao

Eine herrliche Küstenstraße verbindet Baler mit Dinadiawan (toller langer Strand, mehrere Resorts). Hinter Dinadiawan biegt links eine ausgezeichnete neue Straße ab und schlängelt sich durch die Berge der Sierra Madre zur Quirino Province. Von Maddela zum Maharlika Highway führen zwei Straßen – nach Cordon bzw. Echague -, beide sind in gutem Zustand, die nach Echague ist jedoch weniger befahren und erspart später die Durchfahrt von Santiago (Abzweig nach Ramon und Oscariz dort am östlichen Stadtrand). Hinter Oscariz links nach Alfonso Lista abbiegen und über den Maris Staudamm und durch die Kordilleren nach Mayoyao (Reisterrassen mit Steinwällen). Hinweis: Unterkünfte und Restaurants sind rar in Mayoyao, ganz im Gegensatz zu Santiago (gegebenenfalls dort übernachten).

 

Etappe 3 (54 km): Mayoyao – Batad – Banaue

Auf der Fahrt von Mayoyao nach Banaue lohnt sich ein Stopp, um die berühmten Reisterrassen von Batad zu besichtigen, die ebenso wie die Banaue Reisterrassen und die Mayoyao Reisterrassen zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Vom Abzweig über den Batad Saddle bis zum Ende der Straße (Parkmöglichkeit) sind es 4 km, den verbleibenden 1 km bis zum Dorf dann zu Fuß.

 

Etappe 4 (222 km): Banaue – Bontoc – Tabuk – Tuguegarao

Nur 5 km von Banaue in Richtung Bontoc  bietet der Banaue View Point ein einmaliges Panorama auf sehr attraktiv gestaffelte Reisterrassen. Die Bergstraße zwischen Bontoc und Tabuk ist landschaftlich eine der schönsten der Kordilleren, auch wegen der fantastischen Aussicht hinunter ins Tal des Chico River. Sie ist fast vollständig zementiert, allerdings gibt es im mittleren Abschnitt ein paar unbefestigte einspurige Engpässe mit steilem Abhang. Über die Buntun Bridge (die längste Flussbrücke des Landes) gelangt man nach Tuguegarao. Bei rechtzeitiger Ankunft ist noch Zeit für einen Abstecher zu den Callao Caves nördlich von Peñablanca (21 km).

 

Etappe 5 (230 km): Tuguegarao – Magapit – Claveria – Pagudpud

Über die große Marcos Bridge bei Magapit geht’s auf die linke Seite des breiten Cagayan River und weiter nach Claveria im nordwestlichen Zipfel der Cagayan Province. Wer möchte, kann dort am Strand in einer schönen Bucht ein wenig Seeluft schnuppern. Nach Erreichen der Provinz Ilocos Norte folgt ein reizvoller Küstenabschnitt mit freier Sicht vom Patapat Viadukt auf das Südchinesische Meer.

Der herrliche weiße Saud Beach in Pagudpud ist ein idealer Standort für Ausflüge in die Umgebung (Bangui Wind Farm, Blue Lagoon, Kabigan Falls usw.).

 

Etappe 6 (160 km): Pagudpud – Laoag – Vigan

Lohnende Stopps entlang der Strecke von Pagudpud nach Laoag sind die Kapurpurawan Rock Formation und der historische Cape Bojeador-Leuchtturm. Die neue Laoag Bypass Road führt ab Ende 2018 um die Stadt herum direkt zu den langgestreckten Sanddünen am Suba Beach und zur festungsartigen Paoay Church. Vigans alter Stadtkern mit seinen gut erhaltenen spanischen Kolonialhäusern wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Ebenfalls sehenswert sind dort die traditionellen Töpfereien und Webereien.

 

Etappe 7 (230 km): Vigan – Bitalag/Tagudin – Cervantes – Bauko – Sabangan – Sagada

Die Manila North Road (National Highway) verbindet Vigan mit Tagudin im Süden der Provinz Ilocos Sur, wo in Bitalag eine grandiose Bergstraße über den Bessang Pass nach Cervantes abzweigt. Nach Überqueren der Aluling Bridge gleich hinter Cervantes stehen zwei Routen in Richtung Bauko und Sabangan zur Auswahl: eine über Kayan und Tadian und eine über Aluling  und Tue. Beide sind in gut passierbar, die über Tue ist jedoch weniger befahren. In Sabangan an der Halsema Road links abbiegen und wenig später in Dantay erneut links abbiegen zum kühlen kleinen Gebirgsort Sagada (zurück zur Halsema Road über Balili). Sagadas Popularität hat ihren Ursprung in Begräbnishöhlen und hängenden Särgen.

 

Etappe 8 (150 km): Sagada – Abatan – La Trinidad – Baguio

Von Sagada über die South Road nach Balili an der Halsema Road, dort rechts abbiegen und Kurs auf Baguio nehmen. Die eindrucksvolle Halsema Road nach La Trinidad lädt zu manchem Fotostopp ein, besonders zwischen Abatan und La Trinidad. In Baguio das Fahrzeug am besten auf dem Hotelparkplatz abstellen und die Sehenswürdigkeiten zu Fuß und per Taxi besichtigen (Number Coding Zone im Zentrum).

 

Etappe 9 (136 km): Baguio – Rosario – Damortis – San Fabian – Dagupan – Lingayen – Alaminos – Lucap

Auf der reizvollen, 33 km langen Zigzag Road (Kennon Road) geht es von Baguio hinunter ins flache Land, vorbei am berühmten Lions Club Welcome Marker (kolossaler, in Stein gehauener Löwenkopf). In Rosario angekommen rechts halten in Richtung Laoag – links geht’s nach Angeles und Manila, falls jemand die Tour beenden möchte – und bis nach Damortis fahren. Dort den National Highway in Richtung Dagupan verlassen und die Fahrt am Lingayen Gulf entlang nach Alaminos und Lucap fortsetzen (in Dagupan den Judge Jose de Venecia Highway/Diversion Road nehmen, um das Stadtzentrum zu umgehen). Lucap ist Ausgangspunkt zum Hundred Islands National Park (Bootsausflüge). Übernachtungsmöglichkeiten auch im nahen Alaminos.

 

Etappe 10 (175 km):  Lucap – Alaminos – Dasol – Iba – San Antonio – Pundaquit

Wenige km hinter Dasol beginnt die sehr schöne Provinzstraße entlang der Küste von Zambales. Von San Antonio, im Süden der Provinz, gelangt man nach Pundaquit mit den vorgelagerten Inseln Camara und Capones. Auf Capones steht ein alter Leuchtturm (1890), außerdem besitzt diese Insel ein paar kleine Strände (gute Schnorchelmöglichkeit an der Südseite).

In Pundaquit gibt es mehrere Resorts. Eine größere Auswahl an Hotels und Restaurants findet man allerdings in Barrio Barretto (33 km).

 

Etappe 11 (200 km): Pundaquit – San Antonio – Olongapo – Bagac – Mt. Samat – Balanga – Dinalupian – Angeles (oder Manila; plus 90 km)

Die letzte Etappe führt zunächst von Pundaquit über Barrio Barretto nach Olongapo. Dort nach Passieren des Subic Bay Yacht Club nicht links abbiegen (nach Manila), sondern rechts in Richtung Binictican. Auf dieser gut ausgebauten Straße bleiben, vorbei am Cubi Airport und durch die bewaldete Landschaft zur Provinz Bataan. Ab Morong säumen etliche Beach Resorts die Küste. Kurz vor Bagac zweigt rechts eine Straße zum sehenswerten historischen Juwel Las Casas Filipinas de Acuzar ab (Heritage Tour P2000). Auf dem Mt. Samat, abseits der Straße nach Balanga, steht oberhalb der Kriegsopfer-Gedenkstätte ein 90 m hohes Kreuz mit Aufzug zum Querbalken (super Aussicht). Der Roman Expressway sorgt für eine schnelle Anbindung an den Subic-Clark-Tarlac Expressway (SCTEX), über den man schließlich wieder zurück nach Angeles gelangt (oder Manila).

Autor Jens Peters

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