Risiko durch Extremisten auf Mindanao

Ein Missionar auf den Philippinen warnt vor „stille Zellen“ islamistischer Gruppen auf der Insel Mindanao. Am Dialog der Religionen gelte es trotzdem festzuhalten.

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Manila, Philippinen – Ende vergangenes Jahres hatte die philippinische Armee das betroffene Gebiet auf der Insel Mindanao befreit, doch stille Zellen sind nach Angabe des italienischen Missionars Sebastiano D’Ambra nach wie vor gegenwärtig. Im Gespräch mit dem Hilfswerk Kirche in Not sprach der Pater auch vom Eindringen internationaler terroristischer Gruppen. Dies wirke sich nachteilig auf den gesamten Dialog der Religionen auf den Philippinen aus und spalte auch die muslimische Gemeinschaft, so der Missionar. „Viele Muslime sind gemäßigt, aber leider haben einige nicht den kritischen Sinn, um zu unterscheiden, dass nicht alles richtig ist, was im Namen des Islam getan wird“, erklärte D’Ambra.

Gruppen locken mit Geld

Dass sich vor allem so viele junge Filipinos diesen dschihadistischen Gruppen anschließen, habe in erster Linie wirtschaftliche Gründe.  „Mir wurde erzählt, dass in manchen Fällen sogar die Eltern armer Familien ihre Kinder dazu bringen, sich diesen Bewegungen anzuschließen, weil sie viel Geld anbieten“, sagt der Pater.

Unterdessen setzt Pater D’Ambra sein Engagement für die Förderung des interreligiösen Dialogs durch die Silsilah-Bewegung fort, die er 1984 gegründet hat. In den vergangenen Tagen wurde der Pater außerdem auch zum Verantwortlich für den interreligiösen Dialog der Nationalen Bischofskonferenz ernannt. Diese Rolle hatte er bereits in der Vergangenheit innegehabt.

Schwieriges Verhältnis

Zum derzeit schwierigen Verhältnis zwischen Kirche und Regierung sagte der italienische Missionar, die Kirche sei trotz aller Herausforderungen dazu in der Lage, eine ausgeglichene Position zu halten. „Sie sucht Punkte der Gemeinsamkeit, ohne die kritischen Fragen zu leugnen“, so der Missionar. Schwer getroffen habe die katholischen Gläubigen vor allem die jüngsten Äußerungen von Präsident Duterte. Dieser hatte in einer Rede Gott als „Dummkopf“ bezeichnet.

Die philippinischen Bischöfe riefen daraufhin die Gläubigen dazu auf, ab dem 17. Juli drei Tage lang als Wiedergutmachung für Blasphemie zu beten und zu fasten. Zwar wurde der Präsident nicht offenkundig in der Botschaft der Bischöfe genannt, der Bezug zu ihm sei aber nicht zu übersehen.

Quelle

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