Torben Cornils (17) – Für ein Jahr auf die Philippinen

Auslandsaufenthalt: Torben Cornils (17) fliegt morgen nach Manila und besucht ein Schuljahr lang eine englische Highschool. Erst seit vergangener Woche hat er eine Gastfamilie.

Torben Cornils

Morgen gehts los: Torben Cornils (17), Schüler des Erich-Gutenberg-Berufskollegs in Bünde, geht für ein Jahr auf die Philippinen. Dort wird er ein Jahr lang eine englische Highschool besuchen. Er zeigt schonmal wo es hingeht: Auf den Inselstaat im Westpazifik. | © Foto: Anne Webler||

„Ich wollte in ein Land, in das nicht jeder geht“, sagt Torben Cornils (17). Er wollte ein exotisches Land – nicht die USA oder Australien. Dass der philippinische Präsident Rodrigo Duterte seit seinem Amtsantritt 2016 Tausende Menschen, zum Beispiel Drogendealer und Süchtige, hat töten lassen und Polizei und Militär Erschießungen vornehmen, erfuhr Torben erst, nachdem er sich entschieden hatte. „Ich bin ein bisschen nervös, aber Angst habe ich keine“, sagt er.

Im Süden sei eine Terrororganisation aktiv, für die Region Mindanao im Süden bestehe eine Teil-Reisewarnung, für Teile der Region Palawan im Westen und Visayas im Zentrum der Philippinen gebe es auch eine Reisewarnung. Der 17-Jährige wird im Norden des Inselstaats wohnen, deshalb macht er sich keine Sorgen.

Ein bisschen nervös war er, weil er noch keine Gastfamilie hatte – bis vergangene Woche. Erst am Donnerstag, knapp eine Woche vor seiner Abreise, teilte ihm die Organisation AFS (American Field Service) Deutschland, die seinen Aufenthalt organisiert, mit, dass er in einer Familie in Calamba City wohnen wird.

»Ich bin neugierig auf die Menschen«

Die Stadt mit 455.000 Einwohnern liegt 54 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila im Norden des Landes. Dort wird er auch zur Schule gehen, auf eine englischsprachige Highschool. Manila, wo die anderen deutschen Gastschüler wohnen werden, liegt im Norden des Inselstaates und hat 1,8 Millionen Einwohner. In der Hauptstadt lernt Torben in den ersten zwei, drei Tagen im „Arrival Camp“ (Ankunfts-Camp) die Sitten und Gebräuche des Landes kennen, einen Monat später treffen sich die Gastschüler dort noch einmal und tauschen ihre ersten Eindrücke aus, wie sie sich eingefunden haben in dem fremden Land.

Der 17-Jährige wohnt mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester (13) in Hiddenhausen und besucht das Erich-Gutenberg-Berufskolleg (EGB) in Bünde. „Meine Mutter freut sich für mich, lässt mich aber nur ungern gehen.“ Sein Stiefvater habe ihm das Auslandsjahr empfohlen. Er selbst war ein Jahr in den USA und begeistert. „Er sagte, dass mich so ein Jahr für das Leben prägt“, erzählt Torben.

Am EGB macht er die Höhere Handelsschule und hat gerade die 11. Jahrgangsstufe beendet. Nach den Ferien kommt er in die 12. Aus seiner Stufe von etwa 120 Schülern ist er der einzige, der ins Ausland geht. Nach dem Auslandsjahr und der Höheren Handelsschule will er aufs Wirtschaftsgymnasium des EGB gehen.

Ohne WhatsApp, Instagram und Snapchat

Torben hat in den vergangenen Wochen viel über die Philippinen gelesen: Dass das Land 50 Jahre lang amerikanische Kolonie war und davor 330 Jahre lang spanische Kolonie. Übrig geblieben ist das stark ans Amerikanische angelehnte Schulsystem und die spanischen Namen. Er hat drei Reiseführer über den Inselstaat gelesen („Die Reisterrassen im Norden sind unglaublich schön“), sich Dokumentationen angeguckt, über die philippinische Küche gelesen und philippinisch gekocht.

Auch einige Worte der Sprache Tagalog hat Torben gelernt, neben Englisch die Landessprache. „Ich freu mich drauf“, sagt er. Er sei neugierig auf die Menschen. Er habe gelesen, dass sie sehr gastfreundlich seien. Jedoch nutzten sie offenbar kein Whatsapp und kein Instagram (soziales Netzwerk), welche er neben Snapchat am meisten nutze: „Das wird eine Umstellung.“

Quelle

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